Gesunder Schlaf© Gorodenkoff

Gesunder Schlaf Wie schlafen unseren Körper beeinflusst

Im Schlaf regeneriert sich unser Körper, neu Erlerntes festigt sich und Krankheiten werden abgewehrt. Schlaf kann Stress verarbeiten und ist die Grundlage für einen Tag voller Energie. Neben einer ausgewogenen Ernährung und Bewegung ist erholsamer Schlaf der Schlüssel zu einem körperlich und geistig gesunden Leben.

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Das Wichtigste in Kürze

  • Schlaf ist zentral für Regeneration, Immunsystem und Leistungsfähigkeit.
  • Entscheidend ist nicht nur die Dauer, sondern vor allem die Qualität des Schlafs.
  • Die meisten Erwachsenen benötigen etwa 7–9 Stunden Schlaf – individuelle Abweichungen sind normal.
  • Mehrere Schlafphasen (inkl. Tief- und REM-Schlaf) sorgen für körperliche und geistige Erholung.
  • Anhaltende Müdigkeit oder Schlafprobleme sollten ernst genommen und ggf. medizinisch abgeklärt werden.

Wie viel Schlaf ist gesund?

Die ideale Schlafdauer liegt für die meisten Erwachsenen zwischen sieben und neun Stunden, kann aber individuell variieren. Entscheidend ist, erholt und konzentriert durch den Tag zu gehen. Neben der Schlafmenge ist besonders die Schlafqualität wichtig. Wer trotz ausreichendem Schlaf ständig müde ist, sollte medizinisch abklären lassen. Achten Sie auf Ihren eigenen Rhythmus und passen Sie Gewohnheiten wie Schlafhygiene und Tagesroutinen an, um die Schlafqualität zu verbessern.

Was passiert, wenn wir schlafen?

Einschlafphase: Während des Schlafes durchlaufen wir verschiedene Phasen. Die erste Phase ist die Einschlafphase, in der wir etwa zehn Prozent der Nacht verbringen. Sie dauert etwa fünf bis 30 Minuten. Das ist wieder bei jedem unterschiedlich. Das eigentliche Einschlafen nimmt man nicht bewusst wahr, da das Gehirn das Bewusstsein ausschaltet.

Leichtschlafphase: Nach der Einschlafphase gelangt man in die Leichtschlafphase, in der die Augen ruhig und die Lider geschlossen sind. In dieser Phase befinden wir uns die Hälfte der nächtlichen Schlafzeit. Kommt es zu externen Störungen (Geräusche, Licht), kann dies auf Grund des noch relativ leichten Schlafes für das Erreichen der weiteren Schlafphasen nachteilig sein.

Tiefschlafphase: Der Körper fährt sich runter auf eine Art Energiesparprogramm. Das heißt, die Augen sind ruhig, die Muskulatur entspannt, der Blutdruck sinkt, Atmung und Herzschlag verlangsamen sich. Die Tiefschlafphase, die ungefähr ein Fünftel der Nachtruhe ausmacht, ist für die Regeneration des Körpers am wichtigsten.

Traumphase: Während der Traumphase träumen wir am längsten und intensivsten. Sie macht ebenfalls ein Fünftel des Schlafes aus und wird auch REM-Schlaf oder REM-Phase genannt. In dieser Zeit verarbeiten wir das Erlebte des Tages. REM steht für „rapid eye movements“ und heißt so, weil sich die Augen in dieser Schlafphase schnell hin- und herbewegen. Zusätzlich zu diesen schnellen Augenbewegungen sind Gehirn, Herz und Lungen aktiv; die Muskulatur hingegen ist gelöst. Anschließend wechseln wir wieder in die Leichtschlafphase, Tiefschlafphase und Traumphase. Diese Abfolge der Schlafphase heißt Schlafzyklus, wovon der Mensch nachts mehrere durchläuft.

Schlafstörungen - Mangel an gesundem Schlaf

Da wir nachts mehrere Schlafzyklen mit den einzelnen Schlafphasen durchlaufen, ist das so genannte Durchschlafen relativ zu betrachten. Das heißt, wenn man nachts ein paar Mal aufwacht, dann aber wieder einschläft, ist das noch keine Schlafstörung und kann als gesunder Schlaf bezeichnet werden. Anzeichen für eine Schlafstörung können sehr lange Einschlafphasen sein, nächtliches Aufwachen und lange wach liegen. Zusätzlich unterscheidet man noch in schlafbezogene Atmungsstörungen, die sich ebenfalls nachteilig auf gesunden Schlaf auswirken können. Häufig ist auch ein erstes Anzeigen für Schlafprobleme eine lange Schlafdauer und ein subjektives Empfinden von nicht erholsamem oder schlechtem Schlaf.

Ursachen: Was hält einen wach? Das ist sehr unterschiedlich. Es können die aktuellen Lebensumstände sein. Stress, Sorgen und Lärm sind Schlafkiller, genauso wie Alkohol- und Drogenkonsum oder Schichtarbeit. Körperliche Beschwerden wie Schmerzen, Harndrang sowie Hitzewallungen stören den Schlaf. Unruhe in den Beinen, Schlafwandeln oder Zähneknirschen beeinträchtigen ebenfalls den gesunden Schlaf und gelten als Anzeichen, dass noch irgendetwas anderes nicht in Ordnung ist.

Häufigkeit: Ungefähr ein Fünftel der Menschen ist von einer Schlafstörung betroffen. Meistens handelt es sich dabei um Frauen und ältere Menschen.

Diagnose: Bei der Diagnose geht es darum, herauszufinden was die Ursache für die Schlafstörung ist. In Schlaflaboren werden Patienten untersucht, die an besonders schweren Schlafstörungen leiden. Dabei werden die Patienten mit Messgeräten und Aufzeichnungen überwacht, um etwas zu ihren Schlafphasen herauszufinden.

Behandlung: Schlafstörungen müssen bei der Behandlung unter einem größeren Zusammenhang betrachtet werden. Schlaftabletten können helfen, aber nur kurzfristig. Das heißt, verschreibungspflichtige Schlafmittel dürfen aufgrund der Nebenwirkungen und der Suchtgefahr nur kurze Zeit eingenommen werden. Tipp: in der Apotheke gibt es als pflanzliches Mittel Baldrian als Alternative.

Langfristig müssen die eigenen Gewohnheiten überprüft und gegebenenfalls verändert werden. So sollte man zum Beispiel tagsüber nur Powernaps halten und nicht schlafen, abends leichte Kost zu sich nehmen, auf Alkohol und Koffein verzichten und sich erst dann ins Bett legen, wenn man müde ist.

Aktiv kann man den Körper und den Kopf mit Entspannungstechniken herunterfahren. Dazu zählen progressive Muskelentspannung oder autogenes Training. Anstatt in der Stunde vor dem Zubettgehen vor dem Fernseher oder Computer zu sitzen, helfen auch abendliche Spaziergänge, Yoga oder Tai Chi, um schnell in eine Entspannungsphase vor dem Einschlafen zu gelangen. Zudem kann die innere Uhr mittels Lichttherapie korrigiert werden.

Eine Frau mittleren Alters lächelt in die Kamera.© Ridofranz

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Die 10 besten Tipps für einen gesunden Schlaf

  1. Möglichst täglich zur gleichen Zeit ins Bett gehen und aufstehen – auch am Wochenende, um die innere Uhr zu stabilisieren.
  2. Das Schlafzimmer gut lüften, eine Temperatur von etwa 16–18 °C einhalten und Licht- sowie Lärmquellen vermeiden.
  3. Das Bett nur zum Schlafen nutzen und auf Arbeiten, Fernsehen oder Smartphone verzichten, damit der Körper es klar mit Ruhe verknüpft.
  4. Sich tagsüber regelmäßig bewegen und Zeit an der frischen Luft verbringen, um die natürliche Müdigkeit zu fördern.
  5. Nachmittags möglichst kein Koffein mehr konsumieren und abends auf schwere Mahlzeiten verzichten.
  6. Feste Einschlafrituale wie Lesen, eine warme Dusche oder Entspannungsübungen etablieren.
  7. Digitale Geräte mindestens 30–60 Minuten vor dem Schlafen meiden, da sie die Melatonin-Produktion stören können.
  8. Stress gezielt reduzieren, z. B. durch Atemübungen oder progressive Muskelentspannung.
  9. Tagsüber nur kurze Nickerchen einlegen und diese möglichst auf die Mittagszeit beschränken.
  10. Wenn das Einschlafen länger als 20 Minuten dauert, kurz aufstehen und etwas Ruhiges tun, bis Müdigkeit einsetzt

FAQ – Häufige Fragen zum gesunden Schlaf

  • Menschen mit Herzinsuffizienz leiden häufig unter schlechtem Schlaf oder nächtlicher Atemnot. Ein Schlafen mit erhöhtem Oberkörper, idealerweise auf der rechten Seite, kann das Atmen erleichtern und das Herz entlasten. Leichte Abendmahlzeiten und ein Verzicht auf Alkohol sowie Koffein verbessern die Schlafqualität zusätzlich. Regelmäßige ärztliche Kontrollen und ein ruhiges, gut gelüftetes Schlafzimmer sind empfehlenswert.

  • Die richtige Schlafposition kann Tinnitus-Symptome lindern und den Schlaf verbessern. Schlafen auf der weniger betroffenen Seite oder auf dem Rücken entlastet die Ohren und beugt Verspannungen vor. Anpassungsfähige Kissen entspannen Nacken und Kopf. Ein leicht erhöhtes Kopfteil kann das Ohrgeräusch zusätzlich mindern. Störende Außengeräusche lassen sich mit Ohrstöpseln oder entspannender Hintergrundmusik ausblenden, was das Einschlafen erleichtert.

  • Tiefschlaf ist die wichtigste Schlafphase für körperliche und geistige Erholung. Erwachsene verbringen pro Nacht meist 1–2 Stunden im Tiefschlaf, vor allem zu Beginn der Nacht. In dieser Zeit werden Wachstumshormone freigesetzt, das Immunsystem gestärkt und Erinnerungen verarbeitet. Mit zunehmendem Alter nimmt der Tiefschlaf ab. Wer regelmäßig weniger als eine Stunde Tiefschlaf hat, fühlt sich am nächsten Tag oft müde und unkonzentriert. Ausreichend ungestörter Tiefschlaf ist entscheidend für Gesundheit, Wohlbefinden und Leistungsfähigkeit.

  • Nach einer Nachtschicht ist es wichtig, dem Körper Erholung zu ermöglichen. Vor dem Schlaf sollten Lärm und Licht vermieden sowie digitale Geräte abgeschaltet werden. Eine angenehme Raumtemperatur, feste Einschlafrituale und der Verzicht auf Koffein und schwere Mahlzeiten verbessern die Schlafqualität. Direkt nach der Arbeit schlafen hilft, den Melatoninspiegel zu nutzen. Regelmäßiges Tageslicht stabilisiert den Schlaf-Wach-Rhythmus. Ein gleichbleibender Schlafrhythmus beugt Problemen vor. Bei anhaltenden Schlafstörungen oder starker Müdigkeit sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Darüber hinaus empfiehlt es sich, Schlafzimmer nach Möglichkeit abzudunkeln, um den Tag-Nacht-Rhythmus des Körpers zu unterstützen – auch verdunkelnde Vorhänge oder eine Schlafmaske können hilfreich sein. Ohrstöpsel oder weißes Rauschen können zur Lärmreduzierung beitragen, insbesondere wenn andere Hausbewohner oder Umgebungsgeräusche den Schlaf stören.

    Wer regelmäßig in Nachtschichten arbeitet, sollte zudem auf ausreichend Erholungstage zwischen den Arbeitsphasen achten, um langfristige gesundheitliche Belastungen zu minimieren. Eine bewusste Entspannung, wie gezielte Atemübungen oder leichtes Stretching vor dem Schlafengehen, fördert die Regeneration zusätzlich.

Tipps

Fazit

Guter Schlaf ist eine der wichtigsten Grundlagen für Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Weniger die exakte Schlafdauer, sondern vor allem ein erholsamer, ungestörter Schlaf entscheidet darüber, wie fit wir uns fühlen. Wer auf seinen individuellen Rhythmus achtet und seine Schlafgewohnheiten bewusst gestaltet, kann langfristig Wohlbefinden und Energie im Alltag deutlich verbessern.

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