Ambulante Zusatzversicherung
Die ambulante Zusatzversicherung übernimmt Kosten für Leistungen, die die gesetzliche Krankenversicherung nicht oder nur teilweise erstattet.
© Zoriana ZaitsevaDie Kontrolle über Blase oder Darm zu verlieren ist für jeden Betroffenen mit Angst, Sorge und auch Scham verbunden. Einiges kann man aber unternehmen, um mit der Situation besser klar zu kommen:
Die ambulante Zusatzversicherung übernimmt Kosten für Leistungen, die die gesetzliche Krankenversicherung nicht oder nur teilweise erstattet.
Normalerweise kann man über das Ausscheiden von Urin oder Stuhl selbst entscheiden. Man spürt, dass Blase oder Darm entleert werden müssen und sucht eine Toilette auf. Zeitpunkt und Ort werden bewusst gewählt. Dieses Vermögen des kontrollierten Ausscheidens wird als Kontinenz bezeichnet. – Kommt es hingegen zu ungewolltem Harn- oder Stuhlverlust, spricht man von Inkontinenz bzw. von Blasen- oder Darmschwäche. Deutschlandweit leiden rund 9 Millionen Menschen unter Inkontinenz. Viele Betroffene vermeiden es, darüber zu sprechen und zögern einen Arztbesuch unnötig lange hinaus. Da Inkontinenz viele verschiedene Ursachen haben kann, sind auch die Behandlungsmöglichkeiten vielfältig. Steckt eine geschwächte Beckenbodenmuskulatur dahinter, hilft meist schon gezieltes Training. Blasen- oder Darmschwäche können jedoch auch ernste Ursachen haben. Je eher man einen Arzt aufsucht, desto besser sind die Prognosen für die Heilung einer möglichen Erkrankung oder eine deutliche Besserung der Symptomatik.
Man unterscheidet Harninkontinenz von der seltener auftretenden Stuhlinkontinenz.
Betroffene können ihren Urin nicht kontrolliert zurückhalten. Das Leiden wird häufig auch als Blasenschwäche bezeichnet. Folgende Arten werden unterschieden:
Belastungsinkontinenz (frühere Bezeichnung „Stressinkontinenz“): Ursache der Belastungsinkontinenz ist meist körperliche Belastung. Bei bestimmten Bewegungen wie dem Heben schwerer Dinge, beim Husten, Niesen oder Lachen verlieren Betroffene Urin, ohne dies kontrollieren zu können. Ist die Inkontinenz ausgeprägter, dann geht bei jeder Bewegung Urin ab, selbst beim einfachen Liegen und Stehen. Wer an Belastungsinkontinenz leidet, verliert Urin, ohne Harndrang zu empfinden.
Dranginkontinenz: Der Harndrang tritt so plötzlich auf, dass es Betroffene häufig nicht mehr rechtzeitig zur Toilette schaffen. Die Blase ist meist gar nicht voll, dennoch geht der Urin schwallartig ab. Dies liegt einer Hyperaktivität des Blasenmuskels.
Mischinkontinenz: Bei der Mischinkontinenz zeigen sich Aspekte sowohl der Belastungs- als auch der Dranginkontinenz. Betroffene verlieren bei körperlicher Belastung unwillkürlich Urin, gleichzeitig besteht ein plötzlicher (imperativer) Harndrang.
Reflexinkontinenz: Die Miktion ist auf Grunf von Schädigungen oder Erkrankungen der nervalen Strukturen, die die Impulse des Gehirns bzw. des Rückenmarkes auf die Blase übertragen. Somit kann keine willkürliche Blasenentleerung erfolgen.
Überlaufinkontinenz: Wenn die Harnblase nicht richtig entleert werden kann, bleibt nach jedem Urinlassen etwas Urin in der Blase zurück. Sobald der Druck in der Blase durch zu hohe Urinmengen den Verschlussdruck der Harnröhre übersteigt, geht unwillkürlich Urin ab. Viele verspüren einen andauernden Harndrang.
Extraurethrale Harninkontinenz: Bei dieser Form der Inkontinenz verliert man ständig und unkontrolliert Urin, allerdings nicht über den Harnweg. Der Urin geht über andere Öffnungen ab, zum Beispiel durch Scheide oder After.
Von einer Stuhlinkontinenz Betroffene sind nicht in der Lage, Stuhlabgang oder Winde willkürlich zurückzuhalten. Man differenziert in drei Grade:
Teilinkontinenz 1. Grades: Darmgase gehen unfreiwillig ab, außerdem kommt es bei Belastung zu gelegentlichem Stuhlschmieren.
Teilinkontinenz 2. Grades: Weder Darmgase noch dünner Stuhl können gehalten werden.
Teilinkontinenz 3. Grades: Es kommt zum kompletten Kontrollverlust über die Darmentleerung und ständigem Stuhlschmieren. Fester Stuhl kann ebenso wenig gehalten werden.
Einige von Stuhlinkontinenz Betroffene merken zwar, dass sie zur Toilette müssen, schaffen es aber nicht rechtzeitig zum kontrollierten Entleeren.
| Bereich / Form | Mechanismus / Ursache | Typische Auslöser / Beispiele | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Grundprinzip Blasenfunktion | Zusammenspiel von Blasenmuskel, Schließmuskel, Beckenboden, Nerven und ZNS gestört | Fehlkoordination bei Speicherung oder Entleerung | Voraussetzung für alle Formen der Harninkontinenz |
| Belastungsinkontinenz | Schwäche des Verschlussmechanismus (Blasenhals/Harnröhre) | Beckenbodenschwäche, Operationen, Verletzungen, Schwangerschaft, Wechseljahre, Übergewicht, Husten, schweres Heben | Häufig bei Frauen durch anatomische Schwachstellen |
| Dranginkontinenz | Überaktive Blase mit falscher Signalweiterleitung | Nervenstörungen, Harnwegsinfekte, Blasensteine, neurologische Erkrankungen, Diabetes, psychische Faktoren | Plötzlicher, kaum kontrollierbarer Harndrang |
| Reflexinkontinenz | Schädigung von Nerven im Gehirn oder Rückenmark | Multiple Sklerose, Parkinson, Alzheimer, Schlaganfall, Querschnittslähmung | Entleerung erfolgt unwillkürlich |
| Überlaufinkontinenz | Abflussstörung durch Blockade | Prostatavergrößerung, Harnröhrenverengung, Harnsteine | Blase entleert sich unvollständig |
| Extraurethrale Inkontinenz | Fehlleitung des Urins außerhalb der Harnwege | Fisteln, angeborene Fehlbildungen, Operationen, Entzündungen, Bestrahlung | Urinabgang über Haut, Darm oder Genitalbereich |
| Verstärkende Faktoren (Harn) | Beeinflussung der Blasenfunktion | Medikamente (Diuretika, Antidepressiva, Neuroleptika), Alkohol | Können bestehende Inkontinenz verschlimmern |
| Stuhlinkontinenz (allgemein) | Störung von Schließmuskel, Mastdarm oder Nerven | Funktionsverlust des Anorektums | Betrifft Kontinenzorgan (Mastdarm + Sphinkter) |
| Stuhlinkontinenz – Ursachen | Schädigung von Muskeln, Nerven oder Struktur | Geburt, Operationen, neurologische Erkrankungen, Morbus Crohn, Tumore, Beckenbodenschwäche, Verstopfung, Prolaps, Medikamente, Hämorrhoiden | Selten auch angeborene Fehlbildungen |
Wer feststellt, dass Urin oder Stuhl nicht mehr gehalten werden können, auch wenn es nur Tröpfchen sind, die unkontrolliert abgehen, sollte seinen Arzt aufsuchen. Es ist wichtig, die Ursache für die Inkontinenz herauszufinden. Oft hilft bereits ein Training der Muskulatur, um wieder alles unter Kontrolle zu bringen. Es können jedoch auch ernste Erkrankungen vorliegen.
Der Arzt wird sich genau schildern lassen, welche Beschwerden vorliegen und auch die bisherige Krankengeschichte erheben (Anamnese). Mögliche Fragen, die gestellt werden, sind:
Der Umfang der anschließend eingeleiteten Untersuchungen hängt von der Schwere der Symptome ab. In der Regel werden folgende Schritte zur Diagnosestellung unternommen.
Die Untersuchung von äußeren Genitalien und Enddarm kann möglicherweise Hinweise auf den Grund für die Inkontinenz geben. Zum Beispiel können so Fisteln oder eine vergrößerte Prostata erkannt werden. Ebenso lässt sich der Spannungszustand der Schließmuskeln feststellen.
Eine gynäkologische Untersuchung bei der Frau kann Aufschluss über eine mögliche Senkung von Gebärmutter oder Scheide geben.
Abhängig von der vermuteten Ursache werden zusätzlich Laboruntersuchungen vorgenommen. Besteht beispielsweise der Verdacht auf eine Entzündung oder Infektion, werden Blut- und Urinwerte analysiert.
Je nach vermuteter Inkontinenz-Ursache werden verschiedene bildgebende Verfahren für die Diagnostik herangezogen.
Ultraschalluntersuchungen: bei Harninkontinenz lässt sich die Restharnmenge abschätzen. Ebenso können Blasen- und Nierensteine, Tumore oder angeborene Fehlbildungen sichtbar gemacht werden.
Röntgenkontrastaufnahmen: Blase oder Enddarm werden mit einem Kontrastmittel angereichert. Während des Wasserlassens oder Stuhlgangs werden dann Röntgenaufnahmen erstellt. Man kann so eventuelle Fehlfunktionen von Blase oder Enddarm feststellen, aber auch Aus- bzw. Einstülpungen und innere Vorfälle (Prolaps) sehen.
Blasenspiegelung oder Darmspiegelung: Die Untersuchung kann Aufschluss über Schleimhautentzündungen oder vorhandene Tumore geben.
Urodynamik: Die urodynamische Untersuchung hilft dabei, bei Harninkontinenz die Blasenfunktion zu beurteilen.
Nachdem Haus- oder Facharzt die Diagnose gestellt haben, kann eine ursachenspezifische Therapie eingeleitet werden. Diese richtet sich nach dem jeweiligen Auslöser der Inkontinenz.
Wurde beispielsweise eine Belastungsinkontinenz festgestellt, kann ein Beckenbodentraining helfen, die Muskulatur wieder zu kräftigen. Patienten lernen so, die Belastungen des Beckenbodens im Alltag zu vermindern und falsche Anspannungsgewohnheiten abzulegen.
Bei unfreiwilligem Harnverlust kann auch ein Biofeedbacktraining sinnvoll sein. Wer seine Beckenbodenmuskulatur oder auch die Schließmuskeln nicht gut wahrnimmt, kann das mittels dieser Methode trainieren.
Mit einer Elektrotherapie kann die Beckenbodenmuskulatur passiv – durch elektrische Impulse – trainiert werden. Die Behandlung ist schmerzfrei.
Ein Blasen- oder Toilettentraining unterstützt dabei, das geregelte Entleeren der Blase wieder zu erlernen. Dazu führt der Patient ein sogenanntes Miktionsprotokoll (Trink- und Toilettenprotokoll). Auf dessen Basis wird der Arzt dann einen Plan erstellen, der zeigt, wie viel künftig an Flüssigkeit aufgenommen werden darf und wie häufig zur Toilette gegangen werden sollte.
Besteht eine Reflexinkontinenz, kann es sein, dass die Blase regelmäßig über einen Katheter entleert werden soll. Hormonbehandlungen sind dann sinnvoll, wenn die Inkontinenz bei Frauen aufgrund eines Östrogenmangels hervorgerufen wurde.
Auch Medikamente können in einigen Fällen unterstützend wirken. So setzt man bei einer Dranginkontinenz zum Beispiel krampflösende Mittel ein. Alpharezeptorenblocker können bei der Überlaufinkontinenz den Blasenverschluss lockern oder bei Reflexinkontinenz die spontane Aktivität der Harnblasenmuskulatur hemmen.
Operationen sind bei einem Verschluss durch eine Fistel oder auch bei vergrößerter Prostata sinnvoll.
Wenn keine der üblichen Therapiemaßnahmen anschlägt, können chirurgische Eingriffe auch in anderen Fällen sinnvoll sein. Zum Beispiel: Verschließen der Harnröhre durch einen künstlichen Schließmuskel oder eine adjustierbare Schlinge, Stabilisierung der Harnröhre mittels Kollagen oder Silikon oder die Implantierung eines Blasenschrittmachers.
Viele Therapien für den unkontrollierten Abgang von Stuhl sind auch auf eine Stärkung der Muskulatur ausgerichtet. So greifen hier, wie bei der Harninkontinenz, Beckenbodentraining, Toilettentraining und Elektrotherapie. Außerdem besteht die Möglichkeit, einen Schrittmacher zu implantieren. Er soll die Koordination zwischen Gehirn, Darm, Beckenboden und Schließmuskel optimieren.
Zur Behandlung der Stuhlinkontinenz kommen auch Medikamente zum Einsatz: Mobilitätshemmer unterstützen Patienten bei der Reduzierung von häufigem Stuhlgang. Die Wirkung besteht in der Hemmung der Darmperistaltik. Abführmittel wiederum sorgen für das gezielte Ausscheiden des Stuhls.
Operationen sind dann sinnvoll, wenn beispielsweise ein verletzter Schließmuskel genäht werden muss. Oder wenn der Dickdarm aufgrund einer Beckenbodenschwäche abgesunken ist und wieder am Kreuzbein fixiert werden soll. Die Option, einen künstlichen Schließmuskel zu erhalten, besteht auch bei der Stuhlinkontinenz.
Die homöopathische Anamnese setzt den Fokus auf individuelle, ungewöhnliche und auffallende Symptome des Patienten. Auch bestimmte Vorlieben und Abneigungen helfen dem behandelnden Homöopathen bei der Bestimmung der passenden Arzneimittel. So werden bei Harninkontinenz unter anderem folgende Mittel empfohlen:
Die chinesische Medizin geht davon aus, dass bestimmte Störungsmuster im Körper für Inkontinenz verantwortlich sein können. Entsprechend der traditionellen Vorstellung umfasst das chinesische Nierensystem „Shen“ neben der Nierenfunktion auch die Funktion aller Urogenitalorgane (Harn- und Geschlechtsorgane). Urologischen Erkrankungen liegt demnach häufig eine Schwächestörung des Nierensystems zugrunde. Symptome sind unter anderem Funktionsstörungen der Harnwege, Schwächegefühl, Müdigkeit, Abnahme der Libido. Die Behandlung von Harninkontinenz mittels Akupunktur kann laut TCM (Traditioneller Chinesischer Medizin) in vielen Fällen erfolgversprechend sein.
| Gruppe | Typische Formen | Hauptursachen | Besonderheiten | Therapieansätze |
|---|---|---|---|---|
| Jüngere Frauen | Belastungsinkontinenz, Dranginkontinenz, Mischformen | Schwangerschaft/Geburt, Beckenbodenschwäche, Bindegewebsschäden, Übergewicht, chronischer Husten | Häufig Belastungsinkontinenz; Druck (Husten, Niesen, Sport) führt zu Urinverlust | Beckenbodentraining, Gewichtsreduktion, Lebensstilanpassung (z. B. weniger Koffein), Rauchstopp, Stressreduktion |
| Jüngere Männer | Dranginkontinenz (selten), funktionelle Störungen | Neurologische Erkrankungen, Harnwegsprobleme, selten angeborene oder funktionelle Störungen | Insgesamt selten; meist organische oder neurologische Ursache | Ursachenklärung, ggf. medikamentöse Therapie, Blasentraining |
| Ältere Frauen | Dranginkontinenz, überaktive Blase, Mischformen, Belastungsinkontinenz | Östrogenmangel, altersbedingte Gewebeveränderungen, Senkungen, neurologische Erkrankungen, Blasenprobleme | Häufig Kombination mehrerer Ursachen; vermehrter Harndrang, auch nachts | Blasentraining, Miktionstagebuch, Östrogentherapie, Beckenbodentraining, ggf. Operation |
| Ältere Männer | Dranginkontinenz, Überlaufinkontinenz, selten Belastungsinkontinenz | Prostataerkrankungen (z. B. Vergrößerung/OP), Restharnbildung, neurologische Erkrankungen | Häufig Zusammenhang mit Prostata; Überlaufblase typisch | Behandlung der Prostata, Medikamente, Blasentraining, ggf. operative Maßnahmen |
Jeder Krankheit ist in der Medizin ein eigener ICD-Code zugeordnet. Die Abkürzung ICD (englisch) steht dabei für International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems. Das Klassifizierungssystem ist weltweit anerkannt und eines der wichtigsten für medizinische Diagnosen. So wird beispielsweise Belastungsinkontinenz unter dem ICD-Code „N39.3“erfasst. Häufig hilft die Eingabe dieser Codes auch bei der Recherche im Internet weiter.
Auf der Suche nach einem passenden Krankenhaus, das sich mit der Behandlung von Inkontinenz gut auskennt erhält man über die Webseite www.aerzteblatt.deeinige hilfreiche Verlinkungen. Unter anderem zu www.weisse-liste.de, www.kliniken.deund www.krankenhaus.de. Eine besonders umfassende Übersicht bietet die Seite www.kliniken.de. Hier sind aktuell 3.846 Krankenhäuser aus Deutschland, Österreich und der Schweiz gelistet. Zusätzlich gibt es detaillierte Informationen zu Fachabteilungen der Kliniken sowie Qualitätsberichte.
Auf die Startseite von www.kliniken.degehen: Unter dem Menüpunkt „Top-10“ kann man speziell nach Krankheiten und Diagnosen suchen. Für Inkontinenz beispielsweise, klickt man hier in der linken Spalte (unter „Krankheiten und Diagnosen nach ICD10“) auf das Feld
„XVIII Symptome und abnorme klinische und Laborbefunde, die anderenorts nicht klassifiziert sind“. Dann noch einmal auf das Feld darunter klicken „R30-R39 Symptome, die das Harnsystem betreffen“. Anschließend auf das Feld „R32 Nicht näher bezeichnete Harninkontinenz“ gehen. Dann erscheinen rechts davon die gesuchten Krankenhäuser, sortiert nach dem Ranking ihrer Fallzahlen. Auf Platz 1 findet sich das St. Josefs-Krankenhaus in Potsdam, auf Platz 2 die Paracelsus-Klinik in Henstedt-Ulzburg und Platz 3 belegt das Klinikum in den Pfeifferschen Stiftungen in Magdeburg, usw.
Gesetzlich Versicherte haben Anspruch auf medizinische Leistungen, müssen jedoch Zuzahlungen leisten: 10 % der Kosten, mindestens 5 und maximal 10 Euro. Bei günstigen Arzneimitteln kann die Zuzahlung entfallen. Krankenkassen erstatten oft nur Festbeträge; ist ein Medikament teurer, zahlen Patienten die Differenz plus Zuzahlung.
Im Krankenhaus fallen 10 Euro pro Tag (max. 28 Tage/Jahr) an. Für häusliche Pflege gelten ähnliche Regeln mit Obergrenze von 280 Euro jährlich. Auch bei Haushaltshilfen und Hilfsmitteln sind Zuzahlungen üblich.
Reha-Zuzahlungen variieren je nach Maßnahme. Akupunktur wird bei bestimmten chronischen Beschwerden übernommen – jedoch nur durch qualifizierte Ärzte und unter festgelegten Bedingungen.
Die ambulante Zusatzversicherung übernimmt Kosten für Leistungen, die die gesetzliche Krankenversicherung nicht oder nur teilweise erstattet.
© fotostormDie ambulante Krankenzusatzversicherung DFV-AmbulantSchutz erstattet Ihnen gesetzlich vorgesehene Zuzahlungen für Arznei-, Verbands-, Heil- und Hilfsmittel und die Fahrtkosten im Rahmen einer ambulanten Behandlung. Der DFV-AmbulantSchutz bietet Ihnen zudem erweiterte Vorsorgeleistungen und steht Ihnen auch finanziell zur Seite, wenn eine schwere Krankheit festgestellt wird.
Im Falle einer Erkrankung warten Sie mit der Krankenhauszusatzversicherung DFV-KlinikSchutz Exklusiv nicht länger als 5 Tage auf einen Termin bei einem spezialisierten Facharzt.
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Unkontrollierter Verlust von Harn oder Stuhl bzw. Darmgasen deutet auf eine Inkontinenz hin. Wer darunter leidet, sollte für eine sichere Diagnose den Arzt konsultieren. Abhängig von der spezifischen Ursache der Harn- oder Stuhlinkontinenz, kann dann eine gezielte Behandlung erfolgen.
Eine Blasenschwäche kann verschiedene Ursachen haben. So kann beispielswiese eine Operation, beim Mann an der Prostata, eine Harninkontinenz auslösen. Aber auch eine schwache Beckenbodenmuskulatur ist häufig Grund für unwillkürlichen Urinverlust. Ebenso gelten neurologische Erkrankungen, Tumore oder Infekte als mögliche Auslöser. Medikamentöse Behandlungen mit Diuretika, Antidepressiva oder Neuroleptika können die Symptome verstärken. Auch psychische Belastung kann bei einer Frau oder einem Mann zu Inkontinenz führen. Gewissheit über die Ursache bringt eine gründliche ärztliche Untersuchung.
Vor Inkontinenz kann man sich nicht grundsätzlich schützen. Mit einer gut trainierten Beckenbodenmuskulatur ist es aber möglich, einer Belastungsinkontinenz vorzubeugen. Außerdem ist es sinnvoll, Übergewicht zu vermeiden, denn ein hohes Gewicht erhöht den Druck auf die Bauchhöhle und dies kann eine Blasenschwäche auslösen oder verstärken. Ebenso wird empfohlen, Toilettengänge sinnvoll einzuteilen: Denn zu häufiges Wasserlassen, birgt das Risiko, dass sich die Blase an kleine Urinmengen gewöhnt und dann keine größeren Mengen mehr speichern kann. Wer zu selten Wasser lässt, dessen Blasenmuskulatur kann sich überdehnen und das führt unter Umständen zu Funktionsstörungen.
Betroffene, die unfreiwillig Urin oder Stuhl verlieren, können sich zuerst an ihren Hausarzt wenden. Abhängig von der Ausprägung der Symptomatik und der vermuteten Ursache kann er dann beispielsweise an einen Urologen, Gynäkologen oder anderen Facharzt überweisen.
Betroffene Frauen und Männer können sich für Informationen und Tipps an eine der bundesweit aktiven Selbsthilfegruppen wenden, beispielsweise an die Inkontinenz Selbsthilfe e.V.: www.inkontinenz-selbsthilfe.com. Aber auch an die Deutsche Kontinenz Gesellschaft: www.kontinenz-gesellschaft.de. Für Frauen, die an Inkontinenz leiden, ist außerdem die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe Ansprechpartner: www.dggg.de.
Die Psyche beeinflusst Inkontinenz: Stress, Angst und Depressionen können Symptome verschlimmern. Umgekehrt belasten Sorgen, Rückzug oder Scham die Psyche von Betroffenen zusätzlich. Professionelle Unterstützung, Selbsthilfegruppen sowie Entspannungs- und Stressbewältigungsmethoden wie autogenes Training können den Umgang mit Inkontinenz erleichtern und die Lebensqualität verbessern. Psychosoziale Aspekte sollten immer Teil der Behandlung sein.
Ob Inkontinenz dauerhaft verschwindet, hängt von Ursache und Verlauf ab. Oft helfen Beckenbodentraining, Verhaltensänderungen oder Medikamente, besonders bei leichter Belastungs- oder Dranginkontinenz. Eine vollständige Heilung ist möglich, vor allem bei früher Behandlung. Anhaltende Beschwerden lassen sich meist durch Hilfsmittel oder Therapien gut kontrollieren. Operationen sind bei bestimmten Ursachen ebenfalls oft erfolgreich.
Zahlreiche Erkrankungen können Inkontinenz verursachen. Häufig sind neurologische Krankheiten wie Multiple Sklerose, Parkinson oder Schlaganfall, da sie die Signalübertragung zwischen Gehirn und Blase oder Darm stören. Auch Diabetes mellitus kann durch Nervenschäden die Kontinenz beeinträchtigen.
Operationen im Beckenbereich, chronische Erkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa sowie Tumoren können die muskuläre Kontrolle schwächen. Zusätzlich begünstigen altersbedingte Veränderungen, Infekte, Verstopfung oder Bandscheibenvorfälle eine Inkontinenz.
Bei anhaltenden Beschwerden sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen, um die Ursache gezielt zu behandeln.
Inkontinenz ist weit verbreitet und hat vielfältige Ursachen, etwa Muskel- oder Nervenschwächen. Die Behandlung erfolgt meist zunächst konservativ, kann je nach Ursache aber auch Medikamente oder Eingriffe erfordern. Eine frühzeitige ärztliche Abklärung verbessert die Therapiechancen und hilft, die Lebensqualität nachhaltig zu steigern.
Die Artikel im Ratgeber der Deutschen Familienversicherung sollen Ihnen allgemeine Informationen und Hilfestellungen rund um das Thema Gesundheit bieten. Sie sind nicht als Ersatz für eine professionelle Beratung gedacht und sollten nicht als Grundlage für eine eigenständige Diagnose und Behandlung verwendet werden. Dafür sind immer Mediziner zu konsultieren.
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