Wie Sie Fahrraddiebstahl vermeiden

Im Sommer haben Fahrraddiebe Hochsaison. Ist das Rad erst einmal gestohlen, bleibt es in 90 Prozent der Fälle auch weg, denn die Aufklärungsquote liegt im Schnitt in Deutschland bei nur 9,1 Prozent. 2015 wechselten über 335.000 Drahtesel unfreiwillig den Besitzer. Etwa 200.000 Fahrräder waren davon zumindest mit einer Hausratversicherung versichert. Besonderes in den größten deutschen Städten verschwinden viele Fahrräder auf Nimmerwiedersehen. Der finanzielle Verlust ist nicht zu unterschätzen: Knapp 500 Euro war jedes geklautes Fahrrad im Schnitt wert. Der Gesamtschaden wird pro Jahr auf über 160 Millionen Euro geschätzt.


Zweiräder im Visier von Dieben

Nun stellt sich die Frage, was mit tausenden gestohlenen Fahrrädern geschieht? Einige schlecht gesicherte Fahrräder werden wohl von Gelegenheitsdieben mitgenommen, die oftmals das Fahrrad für eine bestimmte Strecke benutzen und dann einfach am Ziel irgendwo abstellen. Besonders teure Fahrräder werden von „Auftragsdieben“ geklaut und gezielt weiterverkauft. Doch der große Rest bewegt sich in einem gut organisierten Kleinkriminellen-Milieu. Einige der geklauten Fahrräder landen auf Onlineportalen, andere auf Flohmärkten und manche beim Schrotthändler. Aus diesen Gründen werden sogar uralte Drahtesel geklaut – die Gewinnspanne für die Diebe und Diebesgut-Händler ist zwar gering, aber durch die Masse der geklauten Räder bleibt es am Ende ein gutes Geschäft für die organisierten Diebe. 

Was Radbesitzer tun können

Im öffentlichen Raum gibt es kaum einen sicheren Ort für ein abgestelltes Rad. Geklaut wird zu jeder Tageszeit, selbst an belebten Orten – egal ob es ein „Billigfahrrad“ oder hochwertiges Designrad ist. Die einzige Möglichkeit einen Rad-Dieb abzuschrecken, ist es einen Diebstahl so schwer wie möglich zu gestalten. Ein einfaches Rahmenschloss ist als Diebstahlschutz natürlich nicht ausreichend. Das Rad sollte daher immer mit einem stabilen Schloss an einem festen Halter – wie an Radabstellanlagen – angeschlossen werden. Schließen Sie den Fahrradrahmen sowohl mit dem Vorder- als auch mit dem Hinterrad an. 

Als Faustregel gilt: Fünf bis zehn Prozent des Radneupreises sollte in ein sehr gutes Schloss investiert werden. Ein Fahrraddiebstahl mit einem Bolzenschneider ist eine Sache von wenigen Sekunden. Wenn Fahrraddiebe mehr als 3 Minuten brauchen um ein Schloss zu knacken, schreckt sie das ab. Wer sein Rad von der Polizei codieren lässt, erhöht zumindest die Chance, dass das Rad beim Wiederauffinden an den richtigen Besitzer zurückkommt. Auch ein eingebauter GPS-Sender leistet gute Dienste, ist aber teilweise noch sehr teuer.

Fahrraddiebstahl: Hausratversicherung ersetzt den Schaden

Über die Hausratversicherung ist der Einbruchdiebstahl von Fahrrädern gedeckt, wenn diese aus verschlossenen Abstellräumen, Kellern oder Wohnungen gestohlen werden. Doch es gibt auch Hausratversicherungen, die den einfachen Diebstahl außerhalb des Wohnbereiches mit einer Fahrradklausel absichern. Bei Diebstahl wird das Rad bis zur vertraglich vereinbarten Summe ersetzt. In der Regel wird dafür ein bestimmter Prozentsatz des gesamten versicherten Hausrates festgelegt. Ist das Rad weg, so sollte der Diebstahl der Polizei gemeldet werden und umgehend der Versicherer informiert werden.

Für den Fall eines Diebstahles unbedingt immer die Rechnung über den Fahrradkauf aufbewahren, die Rahmennummer notieren und am besten auch das Fahrrad fotografieren. Es gibt viele Möglichkeiten sein Rad zu schützen. Also, sorgen Sie vor und machen Sie es den Langfingern so schwer wie möglich! 

Alle Angaben ohne Gewähr. 

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