Alternde Eltern benötigen Hilfe

Wenn alternde Eltern Hilfe brauchen

Putzen, Kochen, Körperpflege – im Alter fällt vieles schwerer als in jungen Jahren. Kommen die Eltern irgendwann nicht mehr alleine zurecht, so greifen vielfach die Kinder helfend unter die Arme.


Frühzeitig an rechtswirksame Vollmachten denken

Für einige Aufgaben, die für die Eltern erledigt werden, wird eine Vollmacht benötigt. Müssen Kinder für Ihre Eltern z. B. Bankgeschäfte erledigen, dann wird eine Bankvollmacht benötigt. Das Formular dazu gibt es kostenfrei bei jeder Bank. Eine noch weitreichendere Vollmacht bietet die Vorsorgevollmacht. Mit dieser können Kinder im Namen ihrer Eltern z. B. mit Ärzten und Ämtern sprechen. Eine rechtswirksame Vorsorgevollmacht setzt voraus, dass der Vollmachtgeber bei der Erteilung über seinen „freien Willen“ verfügte und geschäftsfähig war. Die Vorsorgevollmacht kann sich im Grund nach auf alle rechtlich relevanten Handlungen beziehen, bei denen ein Stellvertreter zulässig ist. Dies ist allerdings nicht bei höchstpersönlichen Rechtsgeschäften wie einer Eheschließung, dem Testament oder bei der Ausübung des Wahlrechts zulässig.

Neben dem eigenen Job und Haushalt ist es für viele Kinder nicht immer einfach, alles unter einen Hut zu bringen. Dienste wie „Essen auf Rädern“ helfen bei der Versorgung der Eltern. Eine gute Unterstützung bieten auch private Haushaltshilfen. Diese helfen beim täglichen Waschen und Putzen und erledigen die Einkäufe und Besorgungen. Sind die Eltern pflegebedürftig bzw. leiden an einer erheblich eingeschränkten Alltagskompetenz („Pflegestufe 0“), z. B. ausgelöst durch eine Demenz, dann können Betreuungs- und Entlastungsleistungen der Pflegekasse in Anspruch genommen werden. Die „Pflegestufe 0“ muss allerdings vorab vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) festgestellt werden.

Die staatlichen Pflegeleistungen sinnvoll ergänzen

Wenn vom Arzt verordnet, übernimmt die Krankenkasse für die häusliche Pflege auch eine Reihe von Hilfsmitteln wie ein Pflegebett oder ein Badewannenlift. Wenn die Eltern als pflegebedürftig eingestuft worden sind, werden unter Umständen auch bestimmte pflegegerechte Umbauten von der Pflegekasse übernommen. Für Kinder, die ihre Eltern selber pflegen bietet sich ein Schwesternhelfer- oder Pflegekurs an. Diese werden u.a. vom Roten Kreuz angeboten. Durch das Erlernen der Techniken zum richtigen Heben und Tragen wird z. B. der Rücken geschont.

Wer als Arbeitnehmer seine Eltern pflegt hat die Möglichkeit in Pflegezeit zu gehen und für eine bestimmte Dauer von der Arbeitspflicht befreit zu werden bzw. in Teilzeit zu arbeiten. Der Anspruch auf eine Pflegezeit besteht jedoch nicht in Betrieben mit unter 15 Beschäftigten. Davon unabhängig haben Arbeitnehmer ein Recht auf eine bis zu zehn tägige Arbeitsfreistellung, wenn eine akute Pflegesituation der Eltern eintritt. Da die Pflege nicht nur viel Zeit in Anspruch nimmt, sondern auch an die finanziellen Grenzen geht, sollte sich rechtzeitig um eine private Pflegezusatzvorsorge gekümmert werden. Mit einer Pflegezusatzversicherung können finanzielle Härten im Pflegefall zuverlässig aufgefangen werden.

Alle Angaben sind ohne Gewähr.

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