Wintersport und seine Gefahren

Sorglos in den Winterurlaub - Richtig geschützt beim Skifahren und Snowboarden

Wer in den Winterurlaub fährt, sollte sich schon vor Reiseantritt über ein paar Dinge Gedanken machen. Ist die Ausrüstung komplett? Benötigt die Ski-Ausrüstung noch einen Service? Und im Winterurlaub besonders wichtig - Ist die ganze Familie gut abgesichert, sollte es zu Verletzungen beim Skifahren kommen. Eine private Versicherung ist hier häufig notwendig. Wir geben Ihnen einen kurzen Überblick über die wichtigsten Punkte, die Sie beim Urlaub im Winter beachten sollten.


Gut gerüstet im Ski- und Snowboardurlaub

Zur Sicherheitsausrüstung gehört neben warmer und wasserdichter Wintersport-Bekleidung als erstes ein Helm, die mittlerweile mit etwa 350 Gramm ziemlich leicht geworden sind. Für den richtigen Durchblick auch bei Schneefall sorgt eine Skibrille. Handschuhe schützen nicht nur vor der Kälte, sondern auch vor Schürfwunden bei Stürzen. Zum Schutz der Wirbelsäule gibt es weiche und harte Rückenprotektoren, die die Wirbelsäule komplett bedecken sollen. Beim Skischuh ist richtiger Halt wichtig, da ein lockerer Sitz schlechtes Handling zur Folge hat. In der Regel kann Ausrüstung im Skigebiet ausgeliehen werden. Die besten Skigebiete bieten in jedem Skiort den Verleih von Skiausrüstung sowie Service für Skier an. Damit auch bei geringer Schneehöhe dem Pistenspaß nichts im Weg steht, wird auch abseits des höchsten Berges mit Kunstschnee-Kanonen für ausreichend Weiß gesorgt.

Was sind die häufigsten Verletzungen beim Skifahren?

Unfälle im Skigebiet sind meist auf Erschöpfung zurückzuführen und sie passieren am späten Vormittag, wenn die Energie des Frühstücks schwindet, nach dem Mittagessen, wenn das Mittagstief einsetzt und am späten Nachmittag, wenn sich ein anstrengender Tag im Skigebiet dem Ende neigt. Kommt es zum Sturz, treten häufig Verletzungen am Knie, Brüche an der Schulter sowie an Ober- oder Unterschenkel auf. Der immer wiederkehrende Hinweis auf das Tragen eines Helmes hängt damit zusammen, dass das Risiko für Kopfverletzungen mit etwa zehn Prozent ziemlich hoch ist. Dabei ist eine Gehirnerschütterung oder gar ein Schädelbruch bei Zusammenstößen ohne Helm durchaus möglich.

Wie Sie Verletzungen vorbeugen können?

Stürze lassen sich beim Skifahren nicht vermeiden, aber das Verletzungsrisiko lässt sich minimieren. Dazu gehört eine Schutzkleidung bestehend aus Helm, Skibrille, Handschuhen, Rückenprotektor und der richtige Skischuh. Körperliche Fitness und ein vernünftiges Aufwärmprogramm reduzieren das Risiko von Muskel- oder Bänderverletzungen. Alkohol erhöht das Unfallrisiko auf dem Ski oder Snowboard genauso wie im Straßenverkehr – die Reaktionsfähigkeit nimmt ab und man gefährdet sich selbst und andere. Deshalb ist Alkohol für Snowboard- und Skifahrer tabu.

Was Sie im Notfall tun sollten?

Bei Unfällen im Skigebiet gilt: Hilfeleistung ist Pflicht. Unfallflucht und unterlassene Hilfeleistung sind auch auf der Skipiste strafbar. Wenn es möglich ist, sollte die Unfallstelle schnell beräumt werden, um Zusammenstöße zu vermeiden. Eine Unfallstelle wird mit zwei gekreuzten Skiern gekennzeichnet. Gestürzte Personen sollten einen kurzen Selbstcheck durchführen und dabei auf Schmerzen oder Taubheitsgefühle achten. Im Zweifel ist es besser Hilfe zu rufen, denn bei Verletzungen der Knochen, Wirbel oder des Kopfes kann Bewegung schwerwiegende Folgen nach sich ziehen.

Für den Notruf gibt es in Europa die Euronotruf-Nummer 112, die der deutschen Notruf-Nummer entspricht. Aber es gibt auch national direkte Durchwahlen für die Bergrettung: in Österreich die 140, in Frankreich die 15 oder in der Schweiz die 144. Für die Bergrettung ist die Beantwortung der fünf W-Fragen wichtig, um schnell helfen zu können. Die meisten Skigebiete sind für Wintersport-Unfälle sehr gut ausgerüstet und die Rettungskette funktioniert meist tadellos.

  • Wo befindet sich der Unfallort? Für die Beschreibung des Standortes sind Skigebiet, Pistennummer oder Name des Lifts hilfreich.
  • Was ist passiert? Beschreiben Sie kurz den Unfall.
  • Wie viele Menschen sind verletzt?
  • Welche Verletzungen sind erkennbar? Beschreiben Sie, was die Verletzten an Rückmeldung geben und was Sie selbst beobachten. Sind die Verletzten nicht ansprechbar, ist auch diese Information sehr wichtig.
  • Wer bin ich? Hinterlassen Sie Ihren Namen und eine Rückrufmöglichkeit für die Bergrettung.

Warum Sie nicht ohne eine Unfallversicherung auf die Piste sollten?

Die Kosten für eine Bergung können sehr hoch sein, vor allem wenn ein Hubschrauber nötig ist. Dabei unterscheiden Krankenkassen zwischen Rettung und Bergung, denn meist übernehmen sie die Kosten für die Rettung. Eine Rettung ist notwendig, wenn ein Transport über die Piste oder Straße für den Verletzten zu gefährlich ist. Von Bergung spricht man, wenn sich der Verunglückte in einem unzugänglichen Gebiet abseits der Piste befindet und nur mit dem Helikopter erreicht werden kann. In der Regel übernehmen Krankenkassen bei Bergungen nur einen Teil der Kosten. Eine private Unfallversicherung für die ganze Familie kann die Bergungskosten abdecken und bietet zudem eine finanzielle Absicherung bei gesundheitlichen Folgeschäden. Auch eine eventuelle Heimreise kann im Versicherungsumfang enthalten sein.

Pro Wintersaison verletzen sich etwa 40.000 Deutsche, sagt die Auswertungsstelle für Skiunfälle (ASU). Davon benötigen 7.000 Snowboarder und Skifahrer eine stationäre Behandlung. Befindet sich das Skigebiet oder der Skiort im Ausland (z.B. Tirol), stellt sich noch die Frage der Behandlungskosten. Denn auch hier zahlen die gesetzlichen Krankenkassen nur einen Teil, weshalb auf jeden Fall eine Auslandskrankenversicherung vor Reiseantritt abgeschlossen werden sollte.

Was sind die wichtigsten Regeln beim Skifahren und Snowboarden?

Freiheit ist immer auch die Freiheit des anderen. Das gilt auch im Winter auf der Piste. Deshalb ist es wichtig, Rücksicht auf andere Skifahrer zu nehmen und niemanden einzuschränken, zu gefährden oder gar zu verletzen. Dazu gehört auch, mit Snowboard oder Ski auf angemessene Geschwindigkeiten zu achten. Beginnen Sie den Tag auf der Piste ausgeruht und legen Sie ausreichend Pausen ein. Achten Sie auf den einwandfreien Zustand Ihrer Schutzkleidung und der Ausrüstung. Der Internationale Skiverband hat dafür die FIS-Regeln formuliert, die weltweit auf allen Pisten gelten.

So werden Sie den perfekten Skitag haben

Die Vorbereitungen auf den Skiurlaub sollten weit vorher mit dem Training der eigenen Fitness beginnen, denn Skifahren ist ein Kraftsport, der Muskeln und Ausdauer bedarf. Wenn Sie morgens den Skischuh anziehen, ziehen Sie ihn erst nach der Rückkehr wieder aus, da sich morgens das warme Material an den Fuß anpasst. Ziehen Sie den Schuh zwischendurch in der Kälte aus und wieder an, verändert sich der Sitz.

Bei Schleppliften ist für Anfänger häufig etwas Übung nötig. Gehen Sie einfach in die Hocke und achten Sie auf die Anweisungen des Lift-Personals. In großen Skigebieten in Südtirol oder dem Salzburger Land sind auch vermehrt Sessellifte im Einsatz.

Schwierigkeitsgrade der Skipisten

Wählen Sie die für Ihren Fähigkeiten entsprechende Piste. Diese sind farblich nach Schwierigkeitsgrad gekennzeichnet:

Grün: für Anfänger oder Unerfahrene
Blau: für Anfänger mit absolviertem Skikurs
Rot: für Fortgeschrittene
Schwarz: für Profis

Schwierigkeitsgrade bei Skipisten

Dabei gilt sowohl für Anfänger als auch Erfahrene sich nicht zu überschätzen, denn das ist ein häufiger Grund für Unfälle. Achten Sie auf die Beschilderung der präparierten Pisten und vermeiden Sie in alpinen Regionen das Fahren im freien Gelände.

Fallen gehört zum Skifahren dazu. Da der Schnee auf der Piste unabhängig von der Schneehöhe sehr hart sein kann, lernt man in der Skischule Falltechniken wie den Notsturz. Häufig lösen sich bei Stürzen auch die Bindungen der Ski, um weitere Verletzungen zu vermeiden.

Wenn Sie am Abend in die Unterkunft zurückkehren oder im Tal noch etwas beim Après-Ski feiern, werden sie die Pistenkilometer der Abfahrten in den Beinen spüren. Der Freude auf den nächsten Winterurlaubs-Tag sollte das aber keinen Abbruch tun.

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