Das Pflegestärkungsgesetz

Pflegestärkungsgesetz – ist das die Lösung für die Pflege?

Reicht das Pflegestärkungsgesetz wirklich aus, um die anfallenden Kosten bei Pflegebedürftigkeit zu decken und die Finanzierungslücke im Pflegefall zu schließen?


Das Pflegestärkungsgesetz: Sorgt es für mehr Verbesserungen in der Pflege?

Mit 2,7 Millionen Pflegebedürftigen ist das Thema Pflege zwar in unserer Gesellschaft angekommen – trotzdem sorgen die wenigsten Menschen für den Pflegefall vor. Warum ist das so? Vielleicht verlassen sich die Menschen im Pflegefall allein auf die staatliche Unterstützung. Das Inkrafttreten des ersten Pflegestärkungsgesetzes zur besseren Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf hat zwar für die Betroffenen manche Verbesserungen gebracht – doch bei genauerer Betrachtung wird klar, dass die Finanzierungslücke im Pflegefall aus der gesetzlichen Pflegeversicherung nicht geschlossen werden kann. Der Staat übernimmt im Pflegefall lediglich ca. ein Drittel der anfallenden Kosten. Um die Finanzierungslücke im Pflegefall also zu verkleinern oder sogar ganz zu schließen, bedarf es einer Pflegezusatzversicherung.

Was genau ist das Pflegestärkungsgesetz?  Und was bringt es im Fall von Pflegebedürftigkeit.

Das Pflegestärkungsgesetz ist die Antwort unserer Bundesregierung auf die demografische Entwicklung unserer Gesellschaft. Es ist ein vom Bundeskabinett verabschiedetes Gesetz zur Stärkung der Pflege und unterteilt sich in das Pflegestärkungsgesetz I und das Pflegestärkungsgesetz II. Menschen werden immer älter. Und Pflegebedürftigkeit kann jeden treffen. Jede zweite Frau und jeder dritte Mann werden zum Pflegefall.

Das Pflegestärkungsgesetz I ist im Januar 2015 schon in Kraft getreten. Ziel ist es, von Pflegebedürftigkeit Betroffenen, deren Angehörigen und natürlich auch Pflegekräfte, die täglich mit dem Thema Pflege konfrontiert sind, entsprechende Unterstützung im Pflegefall zu bieten.

Faktisch heißt das: Durch das Pflegestärkungsgesetz I werden die Leistungen bei Pflegebedürftigkeit für Betroffene und deren Angehörigen ausgeweitet und die Zahl zusätzlicher Betreuungskräfte in stationären Pflege-Einrichtungen erhöht.

Mit dem Pflegestärkungsgesetz I soll der Pflegealltag verbessert werden

 

  • Durch das Pflegestärkungsgesetz I werden für die häusliche Pflege jetzt mehr Mittel zur Verfügung gestellt, damit im Pflegefall Betreuung und Pflege in den eigenen vier Wänden möglich bleibt   
  • Im Pflegefall ermöglicht das Pflegestärkungsgesetz I jetzt finanzielle Zuschüsse für Umbaumaßnahmen – mit dem Vorteil, dass von Pflegebedürftigkeit Betroffene so länger in ihrem gewohnte Umfeld bleiben können
  • Auch Pflegebedürftige mit Pflegestufe I bis III erhalten im Pflegefall künftig einen zusätzlichen Betreuungsbetrag
  • Zudem verspricht das Pflegestärkungsgesetz I bei Pflegebedürftigkeit jetzt zusätzliche Entlastungsleistungen, etwa für Hilfen im Haushalt, Alltagsbegleiter oder ehrenamtliche Helfer
  • Leistungen der Kurzzeit- und Verhinderungspflege werden durch das Pflegestärkungsgesetz I ebenfalls ausgebaut und können fortan besser miteinander kombiniert werden.
  • Tages- und Nachtpflege können ungekürzt neben ambulanten Geld- und Sachleistungen in Anspruch genommen werden
  • Helfen Angehörige im Pflegefall, erhalten diese durch das Pflegestärkungsgesetz I jetzt mehr Unterstützung, wenn sie selbst einmal krank sind oder Urlaub machen wollen
  • Beschäftigte, die kurzfristig die Pflege eines nahen Angehörigen organisieren, können nach dem Pflegezeitgesetz eine bis zu zehntägige Auszeit vom Beruf nehmen – neu ist dabei ein Anspruch auf Lohnersatzleistung (Pflegeunterstützungsgeld), die durch das Pflegestärkungsgesetz I ermöglicht wird
  • Die Zahl der Betreuungskräfte steigt, damit diese im Fall von Pflegebedürftigkeit noch besser bei alltäglichen Aufgaben unterstützen können

 

 

Pflegebedürftigkeit muss festgestellt werden:

 

  • Im Fall von Pflegebedürftigkeit stellen Sie einen Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung bei Ihrer Krankenkasse
  • Sie haben einen Anspruch auf eine individuelle Pflege-Beratung
  • Sollte Ihre Pflegekasse nicht selbst die gewünschte Pflege-Beratung durchführen, kann dies auch ein Pflege-Berater übernehmen
  • Es erfolgt die Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung zur Feststellung der Pflegebedürftigkeit

Ab 2017 soll es neue Leistungsansprüche aus dem Pflegestärkungsgesetz II geben.Der Entwurf für das Pflegestärkungsgesetz II sieht eine neue Grundlage für die Versorgung alter und kranker Menschen vor. Dabei soll ein neuer Begriff für die Pflegebedürftigkeit eingeführt werden. So soll es möglich sein, die Individualität in der Pflege, die Selbstständigkeit der Pflegebedürftigen und die Ansprüche von Menschen mit Demenz nachhaltig und besser zu stärken.

Fazit: Der Bund erhöht die Leistungen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen. Das allein reicht aber noch nicht aus, um die tatsächlich entstehenden Kosten im Pflegefall auszugleichen. Es bleibt dabei: nur wer privat mit einer Pflegezusatzversicherung vorsorgt, kann die Pflegekosten im Pflegefall bewältigen.

Bitte beachten: Gewissenhafte Recherche ist uns ein Anliegen. Trotzdem können wir für die Richtigkeit und Aktualität keine Garantie übernehmen.

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