Beiträge Krankenkassen

Krankenkassen: So teuer werden die Zusatzbeiträge

Der allgemeine Beitragssatz für die gesetzliche Krankenversicherung liegt 2016 bei 14,6 %. Bei Arbeitnehmern übernimmt der Arbeitgeber die Hälfte des allgemeinen Beitragssatzes – also 7,3 Prozent. Den Zusatzbeitrag zahlt das Mitglied allein. Dieser Zusatzbeitrag wird in den kommenden Jahren wohl kräftig ansteigen.


Drohendes Finanzloch im Gesundheitsfonds 

Der Zusatzbeitrag, den gesetzliche Krankenversicherte an ihre Krankenkasse zahlen, könnte sich bis 2020 mehr als verdoppeln. Diese Hiobsbotschaft beruft sich auf eine Studie des renommierten Gesundheitsökonoms Jürgen Wasem von der Universität Duisburg-Essen. Grund für die erwartete Anhebung sind die steigenden Ausgaben im Gesundheitswesen. Nach der Studie steigen die Ausgaben schneller als die Einkommen der Versicherten. Es ist also davon auszugehen, dass die Krankenkassen die Zusatzbeiträge weiter anheben werden. 

Während sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber den vom Gesetzgeber festgelegten Standard-Beitragssatz zur gesetzlichen Krankenversicherung teilen, tragen die Versicherten die Zusatzbeiträge alleine. Ein Grund für die erwartete Erhöhung des Zusatzbeitrages ist auch das drohende Loch im Gesundheitsfonds. Für jeden Versicherten erhalten die Krankenkassen Zuweisungen aus dem von Steuermitteln gespeisten Gesundheitsfonds. Doch diese Zuweisungen reichen nicht mehr, denn die Kosten steigen stark an. Auch die Gesundheitsformen der letzten Jahre konnten die Kostensteigerungen im Gesundheitswesen nicht auffangen.

Demografische Ursachen für Kostensteigerungen

Darüber hinaus gibt es auch demografische Ursachen für die Kostensteigerungen im Gesundheitswesen. Die Menschen werden immer älter. Gleichzeitig sinkt der Anteil  junger, in die Sozialversicherungen einzahlender Menschen. Die immer größer werdenden Finanzlöcher im Gesundheitsfonds müssen die Krankenversicherten mit erhöhten Zusatzbeiträgen auffangen. Während der Zusatzbeitrag 2016 im Schnitt bei 1,1 Prozent liegt, könnte sich dieser, laut Studie, in den kommenden vier Jahren vielleicht sogar mehr als verdoppeln. In der folgenden Übersicht sehen Sie die aktuellen Beitragssätze der Krankenkassen in Deutschland.
 

Welche Krankenkasse ist die günstigste?  (Stand 16.08.2016)

 

Krankenkasse  Beitragssatz
Actimondo Krankenkasse   15,60 %
AOK - Die Gesundheitskasse für Niedersachsen*   15,40 %
AOK Baden-Württemberg*  15,60 %
AOK Bayern* 15,70 %
AOK Bremen/Bremerhaven* 15,70 %
AOK Hessen* 15,70 %
AOK Nordost* 15,50 %
AOK Nordwest* 15,70 %
AOK Plus* 14,90 %
AOK Rheinland-Pfalz/Saarland* 15,70 %
AOK Rheinland/Hamburg* 16,00 %
AOK Sachsen-Anhalt* 14,90 %
atlas BKK ahlmann* 15,80 %
Audi BKK 15,30 %
BAHN-BKK 16,00 %
BARMER GEK 15,70 %
BERGISCHE KRANKENKASSE* 15,60 %
Bertelsmann BKK 15,65 %
Betriebskrankenkasse Mobil Oil 15,70 %
Betriebskrankenkasse WMF 15,70 %
BIG direkt gesund 15,60 % 
BKK Achenbach Buschhütten* 15,70 %
BKK advita* 15,70 %
BKK Aesculap (betriebsbezogen) 15,60 %
BKK Akzo Nobel Bayern* 15,20 %
BKK B. Braun Melsungen AG (betriebsbezogen) 15,80 %
BKK BPW Bergische Achsen KG (betriebsbezogen) 15,70 %
BKK Braun-Gillette 16,50 %
BKK der MTU Friedrichshafen GmbH (betriebsbezogen) 15,90 %
BKK Deutsche Bank AG (betriebsbezogen) 15,30 %
BKK Diakonie* 15,70 %
BKK DürkoppAdler* 15,60 %
BKK EUREGIO* 15,30 %
BKK EVM (betriebsbezogen) 15,70 %
BKK EWE (betriebsbezogen) 15,50 %
BKK exklusiv* 15,69 %
BKK Faber-Castell & Partner* 15,10 %
BKK firmus 15,20 %
BKK Freudenberg* 15,30 %
BKK GILDEMEISTER SEIDENSTICKER 15,80 %
BKK GRILLO-WERKE AG (betriebsbezogen) 15,30 %
BKK Groz-Beckert (betriebsbezogen) 15,20 %
BKK HENSCHEL Plus* 15,80 %
BKK Herkules* 15,70 %
BKK HMR* 15,60 %
BKK KARL MAYER (betriebsbezogen) 15,50 %
BKK KBA (betriebsbezogen) 15,35 %
BKK Krones (betriebsbezogen) 15,30 %
BKK Linde 15,70 %
BKK MAHLE (betriebsbezogen) 15,50 %
BKK Melitta Plus* 15,60 %
BKK MEM* 14,90 %
BKK Miele (betriebsbezogen) 15,50 %
BKK PFAFF* 15,00 %
BKK Pfalz 16,00 %
BKK ProVita 15,50 %
BKK Public* 15,50 %
BKK PwC (betriebsbezogen) 15,59 %
BKK Rieker.Ricosta.Weisser (betriebsbezogen) 15,10 %
BKK RWE 15,30 %
BKK Salzgitter (betriebsbezogen) 15,50 %
BKK Scheufelen* 15,00 %
BKK Schwarzwald-Baar-Heuberg* 15,10 %
BKK STADT AUGSBURG (betriebsbezogen) 15,90 %
BKK Technoform* 15,30 %
BKK Textilgruppe Hof* 15,50 %
BKK TUI 15,50 %
BKK VBU 15,50 %
BKK VDN* 15,50 %
BKK VerbundPlus 15,40 %
BKK Vital* 15,90 %
BKK Voralb HELLER*INDEX*LEUZE (betriebsbezogen) 15,10 %
BKK Werra-Meissner* 15,70 %
BKK Wirtschaft & Finanzen* 15,70 %
BKK Würth (betriebsbezogen) 15,00 %
BKK ZF & Partner* 15,30 %
BKK24 15,70 %
BMW BKK (betriebsbezogen) 15,50 %
Bosch BKK* 15,50 %
Brandenburgische BKK* 15,90 %
Continentale Betriebskrankenkasse 15,70 %
Daimler BKK* 15,60 %
DAK-Gesundheit 16,10 %
Debeka BKK 15,50 %
Deutsche BKK 15,70 %
Die Schwenninger Krankenkasse 15,70 %
E.O.N. Betriebskrankenkasse (betriebsbezogen) 15,70 %
energie-BKK 15,70 %
EY BKK (betriebsbezogen) 15,59 %
Heimat Krankenkasse 15,70 %
HEK - Hanseatische Krankenkasse 15,60 %
hkk Krankenkasse  15,19 %
IKK Brandenburg und Berlin* 15,20 %
IKK classic 16,00 %
IKK gesund plus 15,20 %
IKK Nord* 15,90 %
IKK Südwest* 15,80 %
KKH Kaufmännische Krankenkasse 15,80 %
Knappschaft 15,90 %
Merck BKK (betriebsbezogen) 15,70 %
Metzinger BKK* 14,60 %
mhplus Betriebskrankenkasse* 15,70 %
Novitas BKK 15,95 %
pronova BKK 15,80 %
R + V Betriebskrankenkasse 15,60 %
Salus BKK 15,30 %
SBK 15,90 %
SECURVITA Krankenkasse 15,70 %
SIEMAG BKK* 15,60 %
SKD BKK* 15,30 %
Südzucker-BKK (betriebsbezogen) 15,50 %
TBK Thüringer Betriebskrankenkasse*  15,40 %
TK - Techniker Krankenkasse 15,60 %
Vereinigte BKK* 15,80 %
VIACTIV Krankenkasse 16,30 %
Wieland BKK (betriebsbezogen) 15,90 %
* regionale Krankenkasse. Alle Angaben ohne Gewähr.  

 

Krankenkassenwechsel leicht gemacht

Erhebt Ihre Krankenkasse erstmals einen Zusatzbeitrag, oder erhöht die Krankenkasse einen bestehenden Zusatzbeitrag, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Doch Vorsicht! Vergleichen Sie die zusätzlichen Leistungen und den Service der Krankenkasse. Wenn Sie z. B. auf eine ortsnahe, persönliche Beratung Wert legen, sollten Sie darauf achten, dass die gewählte Krankenkasse über ein gut ausgebautes Geschäftsstellennetz verfügt. Auch weitere Angebote wie Bonusprogramme, innovative Behandlungsmethoden und Angebote für private Krankenzusatzversicherungen sollten bei der Auswahl der Krankenkasse eine Rolle spielen. So können z. B. mit einer privaten Zahnzusatzversicherung die hohen Zuzahlungen für Zahnersatz deutlich gesenkt werden.   

 

Alle Angaben ohne Gewähr. 

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