Katzenpsychologie

Katzenverhalten und Katzensprache endlich verstehen

Wer seine Katze richtig verstehen will, sollte nicht versuchen, das Tier zu vermenschlichen. Zwar hat sich die heutige Hauskatze stark an den Menschen angepasst, jedoch gehen viele Ausdrucksformen noch auf die ursprünglichen Verhaltensmuster ihrer wilden Vorfahren zurück. Sie können daher häufig falsch gedeutet werden.


Schlüsselreiz – was ist das?

Von Schlüsselreizen spricht man, wenn die für eine Tierart spezifischen Auslöser angeborener Verhaltensweisen gemeint sind. Bei Katzen ist ein typisches Beispiel der Beutefang. Die Tiere müssen die Abläufe, die zu einer erfolgreichen Jagd gehören, nicht erst erlernen. Sie sind von Natur aus vorhanden. Die leisen Bewegungsgeräusche einer Maus fesseln sofort die Aufmerksamkeit. Automatisch ortet, verfolgt und packt die Katze ihr Beutetier. Erst den gezielten Biss, mit der eine erfahrene Katze ihre Beute tötet, muss die junge Katze nach und nach selbst erlernen. Von Geburt an haben die Katzenwelpen zunächst sogar eine Beißhemmung, die sie erst aus eigener Kraft überwinden müssen. Dabei hilft ihnen der starke Konkurrenzkampf unter den Geschwistern, aber auch der ausgeprägte Futterneid untereinander.

Imponierverhalten der Katze

Trifft eine Katze im eigenen Revier auf einen Artgenossen oder auf andere Eindringlinge, wird sie nicht in jedem Fall sofort zum Angriff übergehen. Meist versucht sie durch ihr Verhalten das Gegenüber zunächst einzuschüchtern und auf diesem Weg zu vertreiben. Die Katze nimmt eine Körperhaltung ein, die sie größer und kräftiger wirken lässt, als sie tatsächlich ist. Der berühmte Katzenbuckel ist ein Beispiel für Imponierverhalten. Aus dem frontalen Blickwinkel erscheint die Silhouette der Katze erheblich größer und damit bedrohlicher. Verstärkt wird der Effekt noch durch ihr gesträubtes Fell. Schon vier bis fünf Wochen alte Katzen beherrschen die Abschreckungstechnik des Katzenbuckels.

Warum ist es toll, die Katze zu verstehen?

Die gute Nachricht zuerst: Katzen sind in der Lage, ihre Ansprache an den Menschen so anzupassen, dass die Signale des Tieres für ihre Halter einfach zu verstehen sind. Mit ihren Artgenossen kommuniziert die Katze hauptsächlich über Düfte und Körpersprache. Bei der Kontaktaufnahme zum Menschen verwendet sie dagegen bevorzugt Laute. So erreicht sie eher die Aufmerksamkeit der angesprochenen Person und kann ihre Wünsche und Probleme einfacher kundtun. Die schlechte Nachricht ist, dass Katzen sehr unterschiedliche Eigenheiten in der Kommunikation entwickeln. Es gibt also nicht die eine universelle Katzensprache, die es erlaubt jedes Tier schon von Beginn an zu verstehen. Auch die Katzenlaute selbst können sich vom Klang und von der Lautstärke her von Tier zu Tier stark unterscheiden. Darin zeigt sich auch die große Bandbreite der Charaktereigenschaften, die bei Katzen anzutreffen ist.

Wenn eine Katze in der unmittelbaren Umgebung von Menschen aufgewachsen ist, sucht sie oft gezielt deren Nähe und Unterstützung. Die vertraute Person wird begrüßt und bei allen Problemen und Wünschen direkt kontaktiert. Für den Katzenbesitzer ist es deshalb wichtig, die Signale richtig zu deuten. Hunger, Angst, Schmerzen oder womöglich sogar eine ernste Krankheit könnten hinter einem "Hilferuf" des Tieres stecken. Hier ist rasches Verständnis für schnellen Beistand wichtig. Im Zweifelsfall sollte man immer zum Tierarzt gehen. Mögliche hohe Kosten einer tierärztlichen Behandlung lassen sich durch eine Katzenkrankenversicherung abfedern. So kann man die umfassende Gesundheitsversorgung seiner Katze auch finanziell sicherstellen. Die intensive Kommunikation mit ihren Menschen ist entscheidend für das Wohlbefinden und das ausgeglichene Sozialleben der Katze. Nicht selten wird sie als vollwertiges Familienmitglied wahrgenommen.

Körpersprache der Katze

Viele Formen der Körpersprache einer Hauskatze sind auf Anhieb verständlich. Wenn sie das Fell sträubt und den Rücken zu einem Buckel krümmt, hat sie entweder Angst oder will durch Imponiergehabe ein als Bedrohung empfundenes Gegenüber vertreiben. Das wissen selbst Menschen, die keine Katze haben. Und wenn die Katze gähnt, ist sofort klar, dass sie müde ist. Aber hier beginnen auch schon die Eigenheiten im Katzenverhalten. Gähnen ist oft auch ein deutliches Zeichen für Wohlfühlen und ein Ausdruck von tief empfundener Geborgenheit. Wenn die Katze versucht uns mit der Nase anzustupsen, ist damit mehr gemeint als ein einfaches Antippen, um Aufmerksamkeit zu erhalten. Es ist vielmehr ein Zeichen von Vertrauen und Freundschaft. Die Nase der Katze ist sehr empfindlich. Nie würde sie einem bedrohlich wirkenden Wesen diese verletzliche Körperpartie entgegenstrecken.

Das Wackeln mit dem Schwanz ist bei Katzen keineswegs gleichbedeutend mit fröhlichem Schwanzwedeln, wie es ein Hund zeigt. Es ist eher kein gutes Zeichen und zeigt Nervosität, innere Erregung oder Unentschlossenheit an. Ein gesträubter Schwanz ist sogar ein Angriffssignal. In den sehr unterschiedlichen Ausdrucksformen wird übrigens der wahre Grund der verbreiteten Feindschaft zwischen Katze und Hund vermutet. Dass sich die beiden Tierarten nicht gut verstehen, kann also ganz wörtlich genommen werden und liefert eine plausible Erklärung. Auf der anderen Seite ist die Katze wie auch der Hund lernfähig. Wenn sie zusammen aufwachsen und ihre Eigenheiten ausgiebig kennenlernen können, verläuft das Zusammenleben meist harmonisch. Katze und Hund können Freunde werden.

Charakteristisch für die Körpersprache von Katzen sind auch ihre hochentwickelte Motorik und eine beeindruckende Körperbeherrschung. Klettern, Balancieren und Springen sind für ein gesundes Tier keine nennenswerten Herausforderungen. Wenn eine Hauskatze aber bestimmte Bewegungen auffällig vermeidet und sich häufig an einen ruhigen Ort zurückzieht, kann eine Krankheit dahinterstecken. Zeigt die Katze ein solches Verhalten, sollte ein Termin beim Tierarzt vereinbart werden. Einige Erkrankungen sind auch direkt an der äußeren Erscheinung der Katze ablesbar. Wenn das Fell struppig und glanzlos wirkt, kann das gesundheitliche Gründe haben.

Die Körpersprache des Kopfes

Katzen haben eine ganz eigene Mimik. Die Haltung des Kopfes und der Gesichtsausdruck sind ein Signal an die Umwelt und geben zusätzlich einen verlässlichen Eindruck ihrer momentanen Verfassung. Vertrauliches Blinzeln mit halbgeschlossenen Augen und das Anschmiegen des Kopfes sind eindeutig freundschaftliche Gesten und ein Zeichen größter Sympathie. Anhaltendes Anstarren kann für großes Interesse sprechen, aber auch eine Warnung sein: Komm mir bloß nicht zu nahe. Als Drohung ist auch meist das Zeigen der Zähne gemeint. Ein langgetreckter Hals ist dagegen ein Zeichen von großer Neugier, gepaart mit vorsichtigen Respekt.

Was können die Augen einer Katze verraten?

Wenn uns die Katze mit großen Pupillen und weit geöffneten Augen anstarrt spricht das für ihr großes Interesse und ihre Neugier. Sind die Pupillen aber verengt, so ist das Starren als unmissverständliche Drohung zu verstehen. Das gilt besonders, wenn dazu noch gefaucht wird und die Ohren angelegt sind. Vertrauliches Blinzeln mit den Augen ist dagegen ein Zeichen freundlichen Entgegenkommens und der Suche nach Nähe.

Die unterschiedlichen Stellungen der Katzenohren richtig deuten

Die Ohren einer Katze sind vielseitige Signalgeber an die Außenwelt. Die Katze verfügt über 32 Muskeln, um die Ohren in alle Richtungen zu drehen und in verschiedene Positionen zu bringen. Zeigen beide Ohren aufrecht nach oben, ist alles in Ordnung. Die Katze ist entspannt. Ist nur ein Ohr leicht zur Seite gedreht, kann das für eine gewisse Verunsicherung sprechen. Sind beide Ohren zur Seite gestellt, ist das ein Zeichen für Verärgerung oder Wut. Sind die Ohren dazu noch abgeflacht, ist das ein Hinweis auf Verteidigungsbereitschaft. Hat eine Katze Angst, zeigt sich die gleiche Ohrstellung. Wenn die Ohren flach nach hinten gelegt werden, droht sie mit sofortigem Angriff.

Die Körpersprache des Schwanzes

Die Katze nutzt ihren Schwanz, um bei anspruchsvollen Bewegungsabläufen besser das Gleichgewicht zu halten und im Sprung gegensteuern zu können. Der Katzenschwanz ist aber auch ein hochentwickeltes Werkzeug zur Signalübermittlung und ein verlässlicher Anzeiger für Stimmungslagen aller Art: So ist ein senkrecht aufgestellter Schwanz als freundschaftliche Begrüßung zu verstehen. Die Katze sucht Nähe und schmiegt sich meist gleich darauf an die Beine des Menschen. Zittert der aufgerichtete Schwanz wahrnehmbar, dann signalisiert sie freudige Erregung. Wenn die Schwanzspitze nach oben zeigt und der Schwanz nach unten hängt, ist die Katze entspannt und zufrieden. Hebt sich der Schwanz etwas und nimmt die Form eines Fragezeichens an, ist die Stimmung gut und die Katze steckt voller Tatendrang. Folgt der Schwanz einer durchgehenden Kreisform, so zeugt dies von Neugier und Aufmerksamkeit. Ein waagerecht gehaltener Schwanz bedeutet: "Bitte nicht stören." Hat die Katze den Schwanz seitlich angelegt, spricht das für Verlegenheit. Bei einem weiblichen Tier könnte es aber auch ein Zeichen dafür sein, dass die Katze rollig ist. Ein gesenkter und gesträubter Schwanz stellt Angst und Angriffsbereitschaft dar. Wenn der Schwanz links und rechts hin und her zuckt, ist die Katze sehr aufgeregt oder aber völlig verunsichert. Klemmt die Katze ihren Schwanz zwischen die Hinterbeine, spricht das dafür, dass sie schlecht behandelt oder von Artgenossen unterdrückt wurde. Aber auch Schmerzen oder Krankheiten führen zu dieser mitleiderregenden Haltung. Ein hoch erhobener Schwanz mit durchgedrückter Schwanzspitze, ist dagegen ein Anzeichen von Wut.

Weitere Signale, die Katzen durch ihren Körper geben

Wissenschaftler haben ausgerechnet, dass eine Hauskatze über ein Repertoire von bis zu 75 unterschiedlichen Körperhaltungen verfügt, mit der sie Stimmungen ausdrücken oder Signale aussenden kann. Nicht immer sind diese Botschaften für uns unmittelbar verständlich. Präsentiert die Katze ihren Bauch, so ist das keine Demutsgeste oder ein Zeichen von Unterwerfung, wie beim Hund. Ganz im Gegenteil, die Katze nimmt in dieser Position eine äußerst effektive Verteidigungsstellung ein. Alle vier Pfoten sind bereit, mit ausgefahrenen Krallen zuzuschlagen. Intuitiv richtig, als Geste des Vertrauens, wird von den meisten Menschen verstanden, wenn sich die Katze mit gesenktem Kopf nähert und ihr Köpfchen hingebungsvoll am Menschen reibt. Die Duftdrüsen an den Seiten des Kopfes, tragen dazu bei, dass die geschätzte Person so den Geruch der Katze annimmt. Der vertraute Duft stärkt zusätzlich das Gefühl der engen Bindung. Die gleiche Funktion hat das Putzen ihrer Menschen mit Zunge und Pfote. Hier geht es weniger um Körperpflege als um eine Intensivierung und Festigung der Bindung zur Bezugsperson.

Katzenlaute

Katzen verständigen sich untereinander kaum über Töne, sondern fast ausschließlich über Körpersprache und Düfte. Eine der wenigen Ausnahmen ist die Kommunikation zwischen der Katzenmutter und ihren Jungen. Dies mag seine Ursache aber darin haben, dass Katzenbabys nach der Geburt zunächst blind sind. Laute setzt die Katze dafür bevorzugt in der Verständigung mit dem Menschen ein. In den Jahrtausenden der Domestizierung hat sich dabei eine variantenreiche Katzensprache entwickelt. Das vertraute Miauen bekommen wir zu hören, weil die Katze gelernt hat, dass wir genau auf dieses Geräusch besonders aufmerksam reagieren. Eigentlich gehört dieser Laut nur zum Verhalten von Katzenkindern und verschwindet mit dem Erwachsenenalter.

Miauen, Schnurren, Jaulen

Hauskatzen verwenden Laute fast nur, um mit Menschen zu kommunizieren. Wenn die Katze schnurrt, ist man froh, dass es ihr gut geht. In seltenen Fällen schnurren Katzen aber auch, wenn sie krank, verletzt oder gestresst sind. Dann wendet sich das Schnurren jedoch nicht an den Menschen, sondern dient eher der Selbstberuhigung und dem Stressabbau. Eindeutig ist die Botschaft dagegen, wenn deine Katze faucht oder knurrt. Dieses Signal wird nicht nur vom Menschen sofort verstanden, sondern auch von anderen Tierarten und den eigenen Artgenossen. Das Miauen der Katze bedeutet prinzipiell: "Mensch, ich will etwas von dir." Die Katze variiert den Laut zu ganz unterschiedlichen Botschaften. Ein kurzer Ton steht für eine freundliche Begrüßung. Langgezogenes Miauen steht eher für große Not, etwa starken Hunger oder den dringenden Wunsch, eine geschlossene Tür geöffnet zu bekommen. Auch die Aufforderung zum Spielen wird über ein aufmunterndes Miau kundgetan. Betont deine Katze die erste Silbe des „Miau“, zeigt das an, dass sie verängstigt und eingeschüchtert ist. Schnattern und Keckern geht auf das Jagdverhalten zurück und ist so zu deuten, dass die Katze extrem konzentriert ist. Das sogenannte "Schlagen" ist ein zum Ende hin ansteigendes Kreischen, das die Katze beim Angriff ausstößt. Gurren ist ein kehliger Laut, den deine Katze zur freundlichen Kontaktaufnahme nutzt. Zirpen und Zwitschern sind Lockrufe, die die Katze vornehmlich nutzt um den eigenen Nachwuchs herbeizurufen. Das an Babygeschrei erinnernde Jaulen wendet sich nicht an den Menschen, sondern während der Paarungszeit an mögliche Sexualpartner in der Umgebung.

Die Duftsprache

Katzen können riechen, was in ihren Artgenossen vorgeht. Sie nutzen Düfte daher auch gezielt für die Kommunikation. Nicht nur um Reviergrenzen abzustecken. Die Markierungen selbst verraten den anderen Hauskatzen viel über die Befindlichkeit der Verursacher. Zum Beispiel, ob sie dominant, verängstigt, empfängnisbereit oder trächtig sind. Auch durch gegenseitiges Beschnüffeln erfahren Katzen vieles über Ihre Artgenossen. Duftdrüsen an Kopf, Rücken und Schwanzansatz geben wichtige Botschaften an die anderen Katzen. Empfindliche Rezeptoren hinter den Schneidezähnen, auf der Zunge und in der Nase erlauben die verschiedenen Düfte zu lesen. Dem Menschen bleiben diese Informationen naturgemäß verschlossen. Die Katze bindet ihn aber in ihre Duftsprache mit ein. Durch Reiben des Kopfes an der geliebten Person, wird diese mit dem vertrauten Duft aus den Drüsen an den Schläfen versehen. Damit stärkt die Katze ihr Zusammengehörigkeitsgefühl und vereinnahmt den Menschen als Familienmitglied.

Können Katzen Menschen verstehen?

Katzen sind intelligente Tiere. Sie beobachten den Menschen sehr genau und lernen, wie er zum Beispiel auf die eigenen Lautäußerungen reagiert. Danach optimieren sie ihre Katzensprache immer weiter, bis etwaige Hindernisse in der Kommunikation ausgeräumt sind. Denn Katzen agieren sehr erfolgsorientiert und sind stark auf den Menschen fixiert. Auch wenn das vielen Katzenbesitzern nicht in jeder Situation so erscheinen mag. Eine reibungslose Verständigung mit dem Menschen ist elementarer Bestandteil ihrer Daseinsvorsorge. Die Katze lernt aus ihren Erfahrungen und kann ihr angeborenes Verhalten sogar auf die Notwendigkeiten des Kontaktes mit dem Menschen hin modifizieren. Insofern geht es der Katzen weniger darum, den Menschen zu verstehen. Ihr Ziel ist es vielmehr, den Menschen gemäß ihrer eigenen Bedürfnisse zu steuern.

Wie kommuniziere ich richtig mit meiner Katze?

Zu einer artgerechten Haltung der Katze gehört ein fundiertes Wissen über die natürlichen Bedürfnisse und Ansprüche des Haustieres. Die Katze erscheint vielen Menschen als Einzelgänger, aber im häuslichen Umfeld ist sie doch ein ausgesprochen soziales Wesen. Ihre starke Bindung an den Menschen wird manchmal unterschätzt. Ohne seine Aufmerksamkeit leidet die Katze stark und kann auf Dauer verhaltensauffällig werden. Sie braucht die intensive Beschäftigung mit dem Menschen auch, weil sie als intelligentes Tier sonst unterfordert und gelangweilt wäre.

Eine Katze ist stark auf ihr eigenes Revier fixiert. Ortswechsel in eine fremde Umgebung verunsichern das Tier. Viele Katzenbesitzer wundern sich beispielsweise, wenn ihre Katze sich ständig von ihnen die Türen öffnen lassen will, nur um dann gleich wieder in das vorherige Zimmer zurückzukehren. Hier folgt sie allerdings nur ihrem natürlichen Instinkt, alle Bereiche „ihres“ Revieres ständig unter genauer Kontrolle zu halten. Katzen haben einen ausgeprägten Charakter. Trotzdem lassen sie sich bis zu einem gewissen Grad auch führen und erziehen. Gute Erfolge bringt das Prinzip der positiven Bestärkung eines gewünschten Verhaltens. Ein kleiner Leckerbissen zum richtigen Zeitpunkt führt schneller zum Ziel, als jede Bestrafung.

FAQs zum Thema Katzensprache und Katzenverhalten

Warum wackeln Katzen mit dem Hinterleib bevor sie angreifen?

Weit geöffnete Augen, das Gesicht fest auf das Ziel gerichtet, der ganze Körper in gespannter Ruhe, nur der Hinterleib der Katze pendelt sanft hin und her. Dieses Katzenverhalten geht in der Regel einem weiten Sprung oder einem gezielten Angriff voraus. Die Katze nimmt ihr Ziel ins Visier und balanciert durch konzentrierte Links-rechts-Bewegungen den sicheren Stand der Pfoten für den Absprung aus. Gerade im Spiel zeigt deine Katze dieses auffällige Bewegungsmuster, das ursprünglich aus dem Jagdverhalten stammt.

Warum putzen Katzen ihren Menschen?

Zum normalen Katzenverhalten gehört die gegenseitige Fellpflege als Zeichen der engen Zusammengehörigkeit in der Gruppe. In dieses Sozialverhalten, das auch andere Tiere zeigen, bindet die Katze nicht nur ihre Artgenossen ein, sondern auch ihre Menschen und manchmal sogar den Hund. Das Putzen dient weniger der Reinigung als der regelmäßigen Bestätigung der festen Bindung. Der Katze geht es um das Wohlbefinden der Gruppenmitglieder, genauso wie darum, den vertrauten Geruch im Revier zu erneuern und zu verteilen. Begleitet wird das regelmäßige Ritual nicht selten von wohligem Schnurren.

Warum suchen Katzen ausgerechnet die Nähe von Menschen, die sie nicht beachten?

Oft erscheint es widersinnig, dass sich eine Katze in einer größeren Gruppe gerade der Person liebevoll zuwendet, die am wenigsten Interesse an ihr zeigt. Verhaltensforscher interpretieren diese seltsame Vorliebe als Fehldeutung des menschlichen Verhaltens. Alle Menschen, die sich für das Erscheinen der Katze interessieren, schauen ihr direkt in die Augen, um Kontakt zu ihr aufzunehmen. In der Katzensprache ist dieses direkte Anschauen aber eine Drohgebärde. Und so wendet sich die Katze ausgerechnet der Person zu, die sich abwendet, um dem Kontakt mit ihr aus dem Weg zu gehen.

Warum gurren oder keckern Katzen oder klappern mit den Zähnen?

Katzen nutzen Laute vornehmlich für den Kontakt mit dem Menschen und für die Verständigung bei der Aufzucht der Jungen. Beim Kontakt mit erwachsenen Artgenossen besteht die Katzensprache aus Gesten und Duftsignalen. Umso erstaunlicher ist die Vielfalt der Töne, die eine Katze uns gegenüber verwendet. Neben dem bekannten Schnurren und Fauchen gibt es in der Sprache der Katze auch viel weniger vertraute Laute. Das Gurren der Katze zum Beispiel ist eine Form der Begrüßung von vertrauten Personen. Es kann aber ebenso genutzt werden, als Aufforderung zum Spielen oder Füttern. Aber auch, wenn die Katze geweckt wird, kann es sein, dass sie gurrt, um anzuzeigen, dass sie gerne noch ungestört weiterschlafen möchte. Wenn sie keckert oder mit den Zähnen klappert bedeutet das in ihrer Sprache größte Aufregung: Beute ist in Sicht. Die Katze hat im Garten eine Maus oder am Fenster ein Insekt entdeckt. Aus dem Verhalten von Wildkatzen weiß man, dass die Tiere schon kurz vor dem Fangen der Beute das präzise Zubeißen erproben. Auch wenn unsere Hauskatze längst nicht mehr auf den Jagderfolg angewiesen ist, hat sie sich dennoch dieses ursprüngliche Verhalten bewahrt.

Warum scharren manche Katzen vor ihrem Futternapf?

Am Verhalten deiner Katze lassen sich immer wieder ungewöhnliche Dinge entdecken. So scharren viele Katzen nach dem Fressen rund um den Futternapf herum über den Boden. Dabei spielt es keine Rolle, dass ihr Scharren durch den festen Untergrund völlig ohne Wirkung bleibt. Manche Tiere versuchen auch, den Napf mit herumliegenden Gegenständen zu bedecken. Dieses instinktive Katzenverhalten geht noch auf das Leben in der freien Wildbahn zurück. Hier war es sinnvoll, Reste der Beute abzudecken, um nicht die Aufmerksamkeit von Konkurrenten oder Feinden auf sich zu ziehen. In freier Natur ist diese Vorsicht angebracht. Zuhause muss man schmunzeln über das völlig vergebliche Bemühen, keine Spuren zu hinterlassen.

Was stört Katzen an geschlossenen Türen?

Jeder Katzenbesitzer kennt das. Die Katze möchte unbedingt den Raum verlassen. Man öffnet ihr die Tür. Kaum ist sie draußen, möchte sie unbedingt wieder zurück ins Zimmer. Das ist, auch wenn es so wirkt, keine Launenhaftigkeit einer kleinen Diva, sondern ganz normales Katzenverhalten. Eine gute Katze muss jederzeit wissen, was an jeder Stelle ihres Revieres vor sich geht. Wenn Türen die freie Sicht auf den Rest der Umgebung versperren, dann muss eben regelmäßig kontrolliert werden, ob auch hinter der Tür noch alles in Ordnung ist. Es könnte ja gerade im Moment etwas geschehen sein, was das sofortige Eingreifen der Katze notwendig macht.

Alle Angaben ohne Gewähr.

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