Karies

Karies: Ursachen, Symptome und Behandlung

Karies gilt weltweit als häufigste, chronische Krankheit. Im Jahr 2015 waren laut "The Lancet Global Burden of Disease Study" weltweit 2,3 Milliarden Menschen betroffen. Karies kann immense Schäden an unseren Zähnen verursachen, die hohe Kosten nach sich ziehen. Die gesetzliche Krankenkasse deckt die Kosten nur teilweise ab.


Was ist Karies?

Der Begriff Karies geht auf das lateinische Wort „caries“ zurück, was so viel wie „Morschheit“ oder „Fäulnis“ bedeutet. Damit ist die zerstörerische Erkrankung eines Zahnes gemeint, die durch Mikroorganismen entsteht. Karies ist ansteckend und für Betroffene mit starken Schmerzen verbunden. Die Infektion kann den Zahnschmelz, das härteste Material im menschlichen Körper, zerstören.

Karies Stadien

Wie entsteht Karies?

Zuerst entsteht Plaque. Das ist eine dünne Schicht auf dem Zahn, die aus im Mund vorkommenden Bakterien besteht. Diese Bakterien wiederum verarbeiten Kohlenhydrate, zum Beispiel Zucker, aus unserer Nahrung in Säure, die mit Mineralien wie Kalzium im Zahnschmelz reagiert. Die Mineralien lösen sich heraus und ein Loch im Zahn entsteht. Bei weiterer Zerstörung geht die Schädigung auf das unter dem Zahnschmelz liegende Zahnbein (Dentin) über. Das Dentin ist von kleinen Blutgefäßen und Nerven durchzogen, was bei einer Schädigung Schmerzen hervorruft.

Symptome und Kariesbehandlung im frühen Stadium

Weißliche bis bräunliche Verfärbungen auf den Zähnen sind erste Anzeichen für eine Karies, die behandelt werden sollte. Die Entstehung von Initialkaries beginnt mit dem Auslösen der Mineralien aus dem Zahnschmelz. Mit Fluorid und guter Mundhygiene kann dem Fortschreiten zu diesem Zeitpunkt noch entgegengewirkt werden.

Symptome und Kariesbehandlung im fortgeschrittenen Stadium

Bei gelber bis brauner Färbung des Zahnes liegt bereits eine Schmelzkaries vor und die Oberfläche wird so stark von Bakterien angegriffen, dass ein Loch entsteht. Von Dentinkaries sprechen Zahnärzte, wenn das Loch das Zahnbein (Dentin) erreicht. Dabei tritt Schmerzempfindlichkeit der Zähne bei Kaltem, Süßem oder Heißen auf. Die Karies muss an der geschädigten Stelle entfernt und der Zahn mit einer Füllung aus Amalgam oder Kunststoff verschlossen werden.

Symptome und Kariesbehandlung bei tiefer Zahnkaries

Die letzte Phase heißt tiefe Zahnkaries. Die Zerstörung des Zahnes ist bis ins Zahnmark durrchgedrungen. Dabei stellen sich heftige, anhaltende Schmerzen ein, Teile des Zahnes können abbrechen oder ein Abszess an der Wurzel entsteht. Im besten Fall genügen eine Behandlung durch Bohren und anschließend eine Füllung. In schlimmeren Fällen kann zum Beispiel eine Wurzelbehandlung oder ein Zahnimplantat nötig sein oder gar der Verlust des Zahnes drohen.

Prophylaxe bei Karies

Der Deutsche Arbeitskreis für Zahnheilkunde spricht von den vier Säulen der Karies-Prophylaxe. Das sind eine zahngesunde Ernährung mit geringem Verzehr von Zucker und Säuren, gewissenhafte und regelmäßige Zahnpflege, dabei die Verwendung stärkender Fluoride in der Zahncreme, und die zahnärztliche Vorsorge durch regelmäßige Kontrollen. Ergänzend dazu empfehlen sich professionelle Zahnreinigungen. Durch diese Säulen lassen sich die Ursachen von Karies bekämpfen.

Zahnpflegekaugummis

Zahnpflegekaugummis sind zwar kein Ersatz fürs Zähneputzeneine aber eine praktische Lösung für unterwegs. Das heißt, zuckerfreie Zahnpflegekaugummis helfen nach dem Essen gegen Säuren, die die Karies beim Auslösen der Mineralien aus dem Zahnschmelz unterstützen. Zudem erhöht sich der Speichelfluss, der wiederum die Selbstregulierung im Mund begünstigt. Kaugummis können jedoch keine Zahnbeläge entfernen, die den Nährboden für Bakterien darstellen. Das schafft nur die Zahnbürste.

Zahnbürste: manuell oder elektrisch?

Das manuelle Zähneputzen kann bei gegebener Sorgfalt und zusätzlicher Pflege der Zahnzwischenräume völlig ausreichen. Allerdings zeigen Vergleichsstudien, dass die elektrische Zahnbürste aufgrund der höheren Putzbewegung ein besseres Ergebnis liefert. Bei Schallzahnbürsten verringert sich der Druck, der auf die Zähne ausgeübt wird, durch eine hohe Frequenz. Damit ist die Reinigung schonender und sanfter. Der Nachteil ist der Preis: er liegt bei etwa 150 bis 200 Euro für ein sehr gutes Gerät.

Fluoride

Fluoride können täglich bei der Zahnpflege über Zahnpasta und durch wöchentlich angewendetes Fluoridgel unterstützend wirken. Mundwasser sollte nur so oft wie auf der Flasche angegeben, verwendet werden. Zudem gibt es fluoridiertes Speisesalz für die Zubereitung von Essen. Da Karies bereits im Kindesalter auftreten kann, gibt es sogar für Babys Fluoridtabletten. Fluoridlacke trägt im Bedarfsfall der Zahnarzt auf.

Karies bei Kindern/Milchzähnen

Wenn die Milchzähne der Kinder bereits mit Karies befallen sind, kann sich die Karies auch auf die zweiten Zähne übertragen. Milchzähne sind weicher als die zweiten Zähne und Kinder nehmen auch erheblich mehr Zucker über die Nahrung auf. Das schafft Bedingungen für Karies. Deshalb ist die Zahnpflege vom ersten Zahn an wichtig. Ferner kann Karies von den Eltern auf das Kind übertragen werden, zum Beispiel beim Ablecken des Schnullers oder des Löffels.

Ist Karies ansteckend?

Ja, Karies ist ansteckend. Beim Küssen sei jedoch das Risiko geringer, denn über den Speichel werden zwar Kariesbakterien übertragen, aber gesunde, gepflegte Zähne können damit umgehen. Und macht Küssen mit gesundem Atem und gepflegten Zähnen nicht erst richtig Spaß?

Aufgrund der weiten Verbreitung ist eine Karieserkrankung kein Grund zur Scham, aber nehmen Sie die Anzeichen wie Mundgeruch und schmerzempfindliche Zähne ernst und suchen Sie Ihren Zahnarzt auf. Denn ohne ein Zutun wird es leider nicht besser, sondern nur schlechter und teurer. Zur Vorbeugung von Karies übernimmt beispielsweise die Zahnzusatzversicherung der DFV die Zusatzkosten einer professionellen Zahnreinigung. Und falls Sie mehr Arbeit für den Zahnarzt und höhere Zusatzkosten befürchten, beraten wir Sie zu einem entsprechenden Tarifmodell gern.

Das könnte Sie auch interessieren

Neueste Artikel

Inhaltsverzeichnis