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Geteiltes Echo auf Pflegereform

Mit den Stimmen der Großen Koalition hat der Bundestag eine weitere Stufe der Pflegereform verabschiedet. Sie soll am 1. Januar 2017 in Kraft treten. Um die Reform zu finanzieren, sollen zum Jahresanfang 2017 die Beiträge zur Pflegeversicherung um 0,2 Prozentpunkt auf 2,55 Prozent des Bruttoeinkommens erhöht werden. Während die Politik die neue Reform feiert, sehen viele Pflegeexperten die heutigen und zukünftigen Finanzierungsprobleme nicht gelöst.


Pflegegrade ersetzen die Pflegestufen

Mit der Pflegereform soll es zukünftig fünf Pflegegrade statt der bisherigen drei Pflegestufen geben. Insbesondere Demenzkranke können dadurch in Zukunft mit höheren Leistungen rechnen. Auch die sogenannte „Minutenpflege“ soll mit der Reform zukünftig abgeschafft werden. Statt der Minutenwerte ermittelt zukünftig ein Fragebogen den Pflegegrad, aus dem sich dann die finanzielle Unterstützung aus der staatlichen Pflegeversicherung ergibt. Pflegeexperten rechnen jedoch damit, dass sich am Zeitdruck für die Pflegekräfte auch zukünftig nicht ändern wird. Da sich die Anzahl der Pflegebedürftigen in den nächsten Jahrzehnten verdoppeln wird, warnen Experten zudem vor einem neuen Pflegenotstand wegen fehlender Pflegekräfte.

Finanzierungsfrage bei der Pflege bleibt ungelöst

Insbesondere am Finanzierungsmodell für die Pflege wird sich auch mit der Reform nichts ändern: Die gesetzliche Pflegeversicherung bleibt auch zukünftig nur eine Teilkaskoversicherung mit enormen finanziellen Risiken für die Betroffenen und ihre Familien, die rund die Hälfte der im Pflegefall entstehenden Kosten aus eigener Tasche leisten müssen.

Vorsorge mit Pflegezusatzversicherung bleibt unverzichtbar

Die Politik hält sich beim Thema Finanzierungslücke bedeckt. Ehrlicherweise müssten die Bundesbürger darauf hingewiesen werden, dass das Pflegesystem im Zuge der demografischen Entwicklung nicht auf Dauer zu finanzieren ist. Die Anzahl der Pflegebedürftigen wird weiter ansteigen – bei einer gleichzeitig sinkenden Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Einzahler. Die Beiträge der Arbeitnehmer zur staatlichen Pflegeversicherung werden sich somit in den nächsten Jahrzehnten weiter drastisch erhöhen. Unter dem Strich bleibt für die Betroffenen auch in Zukunft eine gewaltige finanzielle Eigenbeteiligung. Nur wer sich mit einer privaten Pflegezusatzversicherung schützt, wird die gewaltigen Pflegekosten im Alter auffangen können.

Alle Angaben ohne Gewähr.

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