Einbruch

Einbruchschutz – so schützen Sie sich effektiv

Die Zahl der Einbrüche in Wohnungen und Häuser ist für Versicherte eins der wichtigsten Anliegen. Welchen Enbruchschutz braucht man heute in jedem Fall, um es Langfingern möglichst schwer zu machen. Was sind häufige Schwachstellen beim Einbruchschutz? Wo bekomme ich Beratung für die richtige Sicherung der Wohnung oder des Eigenheims. In unserem Ratgeber zum Einbruchschutz helfen wir Ihnen, einen Überblick zu den wichtigsten Maßnahmen gegen Einbruchsdelikte in Privatunterkünfte zu erlangen.


Einbruchstatistik - alle viereinhalb Minuten wird eingebrochen 

Laut der Polizeilichen Kriminalstatistik gab es für das Jahr 2017 insgesamt 116 540 Wohnungseinbrüche. Das entspricht durchschnittlich einem Einbruch alle viereinhalb Minuten. Diese sind im Gegensatz zu den Einbruchversuchen nicht nach Tageszeit aufgeschlüsselt. Bei 45 Prozent der Einbrüche handelt es sich um Versuche, wovon wiederum mehr als ein Drittel am Tag begangen wurde.

Wie kommen die Einbrecher in Ihr Zuhause?

Bei den meisten Einbrüchen handelt es sich um Gelegenheitstaten und die Täter führen nur einfache Werkzeuge wie Schraubendreher mit sich. Sie suchen sich Wege mit geringem Widerstand, um ins Haus zu gelangen. Das sind vor allem ungesicherte Kellerfenster, ebenerdige Fenster und Terrassentüren, die zum Beispiel nur angekippt sind. Bei mehrgeschossigen Wohnhäusern gilt dies ebenfalls. Zudem sind Wohnungen in den oberen Etagen stärker gefährdet, da dort weniger Menschen vorbeikommen und die Täter stören könnten.

Die Lage der Häuser spielt bei der Auswahl für Einbrecher ebenfalls eine Rolle. Sind Balkone oder Fenster über nahestehende Bäume, Gebäude oder ähnlichem erreichbar? Liegt das Haus oder die Wohnung so, dass es von der Straße oder der Nachbarschaft nicht einsehbar ist? Handelt es sich um Geschäftsräume, die am Wochenende nicht besetzt sind? Aber auch stark frequentierte Wohngebäude mit Gastronomie im Erdgeschoss schrecken nicht unbedingt ab, da man in der Masse der Menschen einfach verschwinden kann.

Der richtige Einbruchschutz

Die Anzahl der Wohnungseinbrüche ist rückläufig, was unter anderem an der Verbesserung der Sicherheitsmaßnahmen und -technik liegt. Erschwerte Bedingungen für Einbrecher schrecken ab, weil diese Bedingungen mit mehr Zeit, Aufwand und Geräuschentwicklung verbunden sind. Einige Bundesländer wie Sachsen oder Nordrhein-Westfalen fördern baulichen Einbruchschutz wie einbruchhemmende Türen.

Für neue Fenster gibt es mechanischen Einbruchsschutz, der neben den Verschlusspunkten des Schlosses und der Scharniere an weiteren Stellen Fenster verriegelt. Es gibt aber auch Nachrüstmöglichkeiten, um Fenster und Türen mechanisch zu sichern. Elektronischer Einbruchschutz soll in der Regel entweder Einbrecher durch Alarm verscheuchen oder durch stillen Alarm Sicherheitsdienste informieren.

Bei Wohnungstüren kann man zum Beispiel darauf achten, dass die Schließzylinder mit dem Schutzbeschlag bündig abschließen, um keinen Angriffspunkt für Hebel zu bieten. Der Schutzbeschlag selbst sollte ebenfalls Versuchen standhalten, ihn von außen zu entfernen. Der Riegel sollte beim Verschließen mindestens 20 Millimeter in das Schließblech gleiten. Schließzylinder mit Sicherheitskarte verhindern, dass einfach Schlüssel von Fremden nachgefertigt werden können - ein sehr wirkungsvoller Einbruchschutz. Querriegelschlösser sichern eine Türe zusätzlich und verstärken das Türblatt. Scharnierseitensicherungen verhindern, dass die Tür an diesen Stellen aufgehebelt werden kann.

Für Fenster gibt es Sicherheitsfolie, die das Durchwerfen von Steinen oder anderen schweren Gegenständen hemmt. Beschläge mit Pilzkopfzapfen sichern Fenster im Rahmen, damit sie nicht aufgehebelt werden können. Der Rahmen muss im Mauerwerk verankert sein, um weitere Sicherheit zu bieten. Bei einem Einbau nur mit Bauschaum lässt sich der Rahmen mit Fenster herausbrechen. Rollläden bieten ebenfalls einen guten Schutz vor allem, wenn sie aus Holz, Aluminium oder Stahl bestehen und über einen Mechanismus gegen das Hochschieben verfügen.

Kellerfenster und Lichtschächte benötigen ebenfalls Aufmerksamkeit. So kann man Kellerfenster mit Stahllochblenden versehen und Lichtschächte mit engmaschigen Gitterrosten, die wiederum über Flacheisen gesichert sind. Kellertüren sowie Nebeneingänge kann man mittels Querriegelschloss oder Mehrfachverriegelung verstärken. Flucht- und Rettungswege sowie deren Türen dürfen nicht verändert werden. In der Regel sind sie auch so konzipiert, dass man das Gebäude über diese Türen nur verlassen, aber nicht betreten kann.    

Die Grundstückssicherung beginnt an den Grenzen durch Zäune und Mauern. Zudem ergänzen eine Außenbeleuchtung mit Bewegungsmelder und Gegensprechanlagen am Grundstückseingang den Schutz.

Tipps zum Schutz vor Einbrechern

Deponieren Sie den Schlüssel nicht unter der Matte oder dem Blumenkübel am Eingang. Gerade im Winter, wenn die Tage kürzer sind, kann man von außen sehr gut sehen, ob jemand Zuhause ist. Deshalb kann man über Zeitschaltuhren für die Beleuchtung die Anwesenheit simulieren. Es lassen sich auch zahlreiche Funktionen über das Smartphone regeln wie das Licht, der stille Alarm oder die Überwachungskamera.

Apropos Smartphone, aktuelle Urlaubsbilder in den sozialen Medien signalisieren, dass Sie gerade nicht zuhause sind. Jalousien sollten nachts geschlossen sein und tagsüber offen. Lassen Sie Ihren Briefkasten im Urlaub nicht überquellen, sondern ihn von Familie, Freunden oder Nachbarn leeren. Denn ein bewohntes Haus, in dem offensichtlich niemand da ist, kann das Interesse von Einbrechern wecken.

10 Fakten über Einbrüche

  1. Sicherheit hilft: 2003 vereitelte Sicherheitstechnik 30 Prozent der Einbruchsversuche und 2017 bereits 45 Prozent. Die Investition und ein Umdenken lohnen sich also.
  2. Spiel auf Zeit: Bei der Sicherheit geht es darum, es dem Einbrecher zu erschweren, da die meisten Versuche nach spätestens fünf Minuten aufgegeben werden. Geübte Einbrecher brauchen bei ungesicherten Wohnungen aber nur 15 Sekunden.
  3. Unten wird eingebrochen: Häufig verschaffen sich Einbrecher im Erdgeschoss über leicht erreichbare Fenster, Terrassentüren oder schlecht gesicherte Keller Zugang zum Haus.
  4. Oben wird eingebrochen: Obwohl in Wohnhäusern mit mehreren Etagen der Fluchtweg über das Treppenhaus für Einbrecher in den oberen Stockwerken länger ist, wird dort häufiger über die Wohnungstür eingebrochen. Denn je höher die Etage, desto weniger Bewohner und Besucher kommen vorbei.
  5. Gelegenheit macht Diebe: Die meisten Einbrüche sind Gelegenheitstaten. Deshalb ist das häufigste Einbruchwerkzeug ein Schraubendreher.
  6. Weg ist weg: Die Aufklärungsquote ist zwar 2017 um fast ein Prozent auf 17,8 gestiegen, aber die meisten Fälle bleiben unaufgeklärt.
  7. Weniger Einbrüche insgesamt: Die Einbrüche sind um 23 Prozent zurückgegangen. Das kann zum einen daran liegen, dass die Kriminalität insgesamt zurückging und zum anderen an der besseren Sicherheitstechnik.
  8. Einbrüche auch tagsüber: 36 Prozent der verhinderten Einbrüche fanden 2017 am Tag statt. Bei jedem zehnten Einbruch in ein Einfamilienhaus waren die Geschädigten sogar zuhause.
  9. Alle 4,5 Minuten ein Einbruchsdelikt: Bei 116 540 Einbrüchen pro Jahr und 525 600 Minuten pro Jahr findet durchschnittlich alle 4,5 Minuten in Deutschland ein Einbruchsdelikt statt. Über das Jahr gesehen, finden jedoch die meisten Einbrüche zwischen Oktober und Februar statt.
  10. Einbrechen lohnt sich bei mir nicht: Das weiß der Einbrecher nicht unbedingt. Zudem lassen sich Fernseher, Computer oder Schmuck zu Geld machen. Im Jahr 2015 zahlten deutsche Versicherer knapp eine halbe Milliarde Euro über die Hausratversicherung an Geschädigte aus. Den emotionalen Verlust eines Erbstücks kann das jedoch nicht ausgleichen.

So versichern Sie Ihren Hausrat richtig

Die Hausratversicherung ersetzt gestohlene Wertgegenstände und beim Einbruch beschädigte Einrichtungsgegenstände zum Neuwert. An Tür oder Fenster müssen jedoch Spuren eines gewaltsamen Eindringens sichtbar sein. Wenn der Dieb einen sicher versteckt geglaubten Schlüssel, beispielsweise im Blumentopf, findet, ist das kein gewaltsames Eindringen und der Versicherungsschutz erlischt. Greifen Sie daher auf herkömmliche Sicherheitstechnik zurück, um Ihre Vier Wände sicher gegen Einbruchsversuche zu schützen.

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