Pflegereform auf dem Prüfstand

Die Pflegereform auf dem Prüfstand

Für eine gerechtere und individuellere Begutachtung der Pflegebedürftigen gelten ab 2017 ein neuer Pflegebedürftigkeitsbegriff und ein neues Begutachtungsinstrument. Darüber hinaus gelten ab 2017 fünf neue „Pflegegrade“. Ein zudem strukturierteres Verfahren für Rehabilitationsempfehlungen verbessert in Zukunft den Zugang zu Rehabilitationsmaßnahmen, die den Eintritt in die Pflegebedürftigkeit verhindern oder verzögern können.


Verbesserungen für pflegende Angehörige

Jeder Pflegeversicherte erhält ab 2017 einen Anspruch auf zusätzliche Betreuungsangebote in voll- und teilstationären Einrichtungen. Außerdem sollen pflegende Angehörige gestärkt werden, durch eine Verpflichtung der Pflegekassen, kostenlose Pflegekurse für Angehörige und ehrenamtliche Pflegepersonen anzubieten. Eine Verbesserung der sozialen Sicherung für pflegende Angehörige, z. B. bis zu 25 % höhere Rentenbeiträge bei der Pflege eines Angehörigen treten zeitgleich mit den fünf neuen Pflegegraden am 1. Januar 2017 in Kraft.

Weniger Bürokratie in der Pflege

Doch es gibt auch schon Änderungen durch das Pflegestärkungsgesetz II, die bereits 2016 gelten. So bietet die Pflegekasse ab 2016 bereits innerhalb von zwei Wochen nicht nur bei Erstanträgen, sondern auch bei weiteren Anträgen auf Leistungen eine individuelle Pflegeberatung an. Pflegende Angehörige erhalten einen eigenen Anspruch auf Pflegeberatung jedoch nur, wenn der Pflegebedürftige zustimmt. Die Pflegeberatung sowie die Beratungsbesuche sollen für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen u.a. durch klare Qualitätsvorgaben deutlich verbessert werden. Überhaupt soll es „weniger Bürokratie“ geben, z. B. durch eine automatische Übersendung des Gutachtens zur Einstufung in einen Pflegegrad an den Betroffenen. Im Prinzip eine Selbstverständlichkeit, doch bei solchen Feinjustierungen sieht man, dass die bürokratischen Hürden für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen immer noch unnötig hoch sind.

Finanzierungslücke bleibt trotz Pflegereform bestehen

Auffallend bei allen Verbesserungen ist die Tatsache, dass die gesetzliche Pflegeversicherung trotz der Reformen auch in Zukunft nur eine Teilkaskoversicherung darstellen wird – mit gravierenden finanziellen Risiken für die Betroffenen und ihre Familien. Auch in Zukunft werden diese rund die Hälfte der im Pflegefall entstehenden Kosten aus eigener Tasche bezahlen müssen. Um diese Wahrheit „mogelt“ sich die Politik auch in der laufenden Diskussion zum Pflegestärkungsgesetz herum. Mit anderen Worten: Auch zukünftig bleibt eine private Zusatzvorsorge mit einer Pflegezusatzversicherung unverzichtbar.Die mehrfach ausgezeichnete DFV-DeutschlandPflege der Deutschen Familienversicherung bietet die Wahl, die Leistungen der staatlichen Pflegeversicherung, also dass Pflegegeld, zu verdoppeln oder zu verdreifachen und damit die Finanzierungslücke im Pflegefall deutlich zu verringern oder sogar ganz zu schließen.

Alle Angaben ohne Gewähr.

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