Krankenhauszusatzversicherungen im Test

Krankenhauszusatzversicherungen: Test und Testsieger 2018

Im November 2018 hat die Zeitschrift Finanztest ihre aktuelle Bewertung für private Krankenhauszusatzversicherungen veröffentlicht. Getestet wurden 35 Einbett- und 22 Zweibettzimmertarife, die grundsätzlich allen gesetzlich Krankenversicherten zugänglich sind. Die besten Leistungsnoten für Einbettzimmertarife im Krankenhauszusatzversicherung Test 2018 erhielten Debeka, Ergo Direkt und Huk-Coburg. Beim Vergleich der Zweibettzimmertarife überzeugten die Deutsche Familienversicherung, Arag sowie Concordia.


Worauf sollten Sie bei der Wahl Ihrer Krankenhauszusatzversicherung achten?

Freie Krankenhauswahl, Chefarztbehandlung, Ein- oder Zweitbettzimmer - was für privat Krankenversicherte eine Selbstverständlichkeit darstellt, lässt den durchschnittlichen gesetzlich Versicherten tief in die Tasche greifen. Wer als gesetzlich Krankenversicherter Leistungen dieser Art im Krankenhaus wünscht, sollte eine private Zusatzversicherung abschließen, um für die Kosten nicht selbst aufkommen zu müssen. Knapp sechs Millionen Deutsche haben bereits eine solche Krankenzusatzversicherung. Die Police erstattet die Kosten für die freie Krankenhauswahl, Chefarztbehandlung und die Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer bei stationärem Klinikaufenthalt.

Abschließen, solange man gesund ist

Wer sich als gesetzlich Krankenversicherter für eine Krankenhauszusatzversicherung interessiert, sollte sich für eine entsprechende Police entscheiden, solange gesundheitlich alles in Ordnung ist. In den Anträgen der Versicherungen sind umfangreiche Fragen zum aktuellen Gesundheitszustand und vergangenen Erkrankungen zu beantworten. Bereits bei Bluthochdruck oder Übergewicht verlangen Versicherer mitunter einen Mehrbeitrag. Bei schweren Erkrankungen wie bspw. Krebs oder nach einem Herzinfarkt ist der Abschluss bei den meisten Versicherern sogar ausgeschlossen.

Freie Krankenhauswahl

Die freie Krankenhauswahl ist in der gesetzlichen Krankenversicherung eingeschränkt. Als Kassenpatient hat man lediglich Anspruch auf das nächstgelegene geeignete Vertragskrankenhaus der gesetzlichen Krankenkasse. Wünschen Sie als Patient die Behandlung in einem anderen Krankenhaus, müssen Sie die Mehrkosten selbst zahlen. Zusatzversicherte haben mehr Freiheit bei der Klinikwahl. Der Aufenthalt in einer Privatklinik kann allerdings auch mit Zusatzpolice teuer werden, da die Krankenkassen dort nicht für die allgemeinen Krankenhausleistungen aufkommen. Bietet eine Klinik auch Reha- oder Kur-Leistungen an, muss der Versicherte bei vielen Anbietern eine besondere Genehmigung einholen, damit die Kosten übernommen werden.

Chefarztbehandlung

Als gesetzlich Versicherter wird man vom diensthabenden Stationsarzt behandelt. Legen Sie Wert auf Behandlung durch einen Chefarzt, können selbst bei einem einfachen chirurgischen Eingriff mehrere Tausend Euro anfallen. Grundlage für die Abrechnung privatärztlicher Leistungen ist die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ). Jede Behandlung wird dort einer bestimmten Punktzahl zugeordnet. In besonders schwierigen Fällen können Ärzte bis zum 3,5-fachen Satz der einfachen Gebühr verlangen. Das entspricht dem GOÄ-Höchstsatz. Ein Chefarzthonorar für das Einsetzen eines künstlichen Kniegelenks beträgt ca. 734,42 Euro. Mit einer Krankenhauszusatzversicherung hat man Zugang zu privatärztlichen Leistungen und erhält Kostenerstattung für die Mehrkosten einer Chefarztbehandlung. Spezialisten können allerdings auch den bspw. fünffachen Gebührensatz verlangen, wenn eine separate Honorarvereinbarung mit dem Patienten getroffen wurde. Versicherte sollten also darauf achten, dass die Krankenhauszusatzversicherung bei der freien Arztwahl auch Chefarzthonorare erstattet, die den GOÄ-Höchstsatz übersteigen.

Einbett-/Zweibettzimmer

Bei einem Krankenhausaufenthalt übernimmt die gesetzliche Krankenversicherung nur die Regelleistung, d.h. die Unterbringung in einem Mehrbettzimmer. Wer im Krankenhaus die Vorzüge eines Ein- oder Zweibettzimmers nicht missen möchte, der muss einen Zuschlag zahlen. Die Mehrkosten für ein Einbettzimmer liegen im Bundesdurchschnitt bei ca. 100 Euro pro Tag. Eine Krankenhauszusatzversicherung erstattet die Kosten für die stationäre Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer. Allerdings werden selbst mit einer solchen Police nicht immer zwangsläufig alle Patientenwünsche erfüllt. Ist kein Einbett- oder Zweibettzimmer frei, bringt die Klinik Patienten mit Zusatzversicherung auch in einem Mehrbettzimmer unter. Manche Versicherungen leisten dann ein Ersatzkrankenhaustagegeld.

Tipp: Wer als Mitglied der gesetzlichen Krankenkassen Chefarztbehandlung bei einem Klinikaufenthalt wünscht, ist mit einer entsprechenden Zusatzpolice gut beraten. Wer hingegen lediglich auf die Unterbringung im Einbett- oder Zweibettzimmer besteht, sollte vor Abschluss zunächst prüfen, ob er die Zimmerzuschläge nicht auch selbst aufbringen könnte.

Welche Tarife wurden bewertet?

Im Test wurden Beiträge und Leistungen der 35 Einbett- und 22 Zweibettzimmertarife für einen 43-jährigen Modellkunden verglichen. Alle untersuchten Krankenzusatzversicherungen stehen gesetzlich Versicherten offen und sind nicht an eine andere Versicherung gebunden. Der Vergleich der unterschiedlichen Angebote zeigt große Preisunterschiede. Einbettzimmertarife kosten bei Eintritt in den Versicherungsschutz mit 43 Jahren zwischen 39 und 77 Euro, während Policen für ein Zweibettzimmer zwischen 37 und 54 Euro monatlich liegen. Um das Preis-Leistungsverhältnis zu ermitteln, wurde der Monatsbeitrag zu den jeweiligen Tarifleistungen ins Verhältnis gesetzt. Wie viel ein Versicherter letztendlich zahlt, hängt vom Eintrittsalter ab. Je älter der Kunde bei Vertragsabschluss ist, desto höher ist auch sein zu zahlender Beitrag. Bei den Tarifen ist zudem keine Selbstbeteiligung des Kunden vorgesehen.

Welche Krankenhauszusatzversicherungen wurden im Test 2018 am besten bewertet?

Einbettzimmer (Platz 1-5)

Die besten Krankenzusatzversicherungen unter den Einbettzimmertarifen beginnen für einen 43-jährigen Modellkunden ab 39 Euro monatlich.

1. Siftung Warentest TESTSIEGER: Debeka mit dem Tarif WKplus (SEHR GUT 0,5)

2. Ergo Direkt mit dem Tarif SZL (SEHR GUT 1,1)

3. Huk-Coburg mit dem Tarif SZ (GUT 1,6)

4. Provinzial Hannover mit dem Tarif KHUu+KHPu (GUT 1,6)

5. Axa mit dem Tarif Komfort-U (GUT 1,9)

Zweibettzimmer (Platz 1-5)

Im Krankenzusatzversicherung Test waren die besten Zweibettzimmertarife bei sonst gleicher Leistung etwas günstiger als die Angebote für Einbettzimmer.

1. Stiftung Warentest TESTSIEGER: Deutsche Familienversicherung mit dem Tarif DFV-KlinikSchutz Premium (SEHR GUT 0,7)

2. Arag mit dem Tarif 262 (SEHR GUT 0,8)

3. Concordia mit dem Tarif SZ2 (SEHR GUT 1,5)

4. Gothaer mit dem Tarif MediClinic Plus (GUT 2,0)

5. Concordia mit dem Tarif SZ2+SZ Plus (GUT 2,4)

So hat Stiftung Warentest getestet

Mindestanforderungen

  • Chefarztbehandlung mit Übernahme des Honorars mindestens bis zum Höchstsatz der GOÄ (3,5-fach).
  • Wahlleistung Unterkunft: Einbettzimmer im Vergleich der Einbettzimmertarife und Zweibettzimmer im Vergleich der Zweibettzimmertarife.
  • Freie Krankenhauswahl unter allen zugelassenen Kliniken für Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung.
  • Der Anbieter der Krankenzusatzversicherung verzichtet in den ersten drei Jahren auf das ordentliche Kündigungsrecht.

Aktuelles Preis-Leistungs-Verhältnis

Dieses ergibt sich als Quotient aus dem Beitrag des 43-jährigen gesunden Modellkunden und erreichten Leistungspunkten für Mindest- und Zusatzleistungen der Versicherung.

Beitrag

Sowohl für die Einbett- als auch für die Zweibettzimmertarife wurden die Beiträge für einen gesunden Modellkunden bei einem Eintrittsalter von 43 Jahren betrachtet.

Leistungen

Finanztest hat nur Leistungen berücksichtigt, die in den Versicherungsbedingungen der Krankenzusatzversicherung garantiert sind. Die Gewichtung der Leistungen orientierte sich an der statistischen Wahrscheinlichkeit, für den Umfang Ihrer Inanspruchnahme. Alle Tarife bekamen 90 Prozent der Punkte für die Mindestleistungen und 10 Prozent der Punkte für Zusatzleistungen. Diese Zusatzleistungs-Verteilung schlüsselte sich wie folgt auf:

  • 3 Prozent für die Übernahme von Arzthonoraren über dem Höchstsatz (3,5-fach) der GOÄ.
  • 0,5 Prozent für die Übernahme der Mehrkosten für allgemeine Krankenhausleistungen, wenn der Versicherte ein anderes als das auf der Einweisung genannte Krankenhaus aufsucht.
  • 3,5 Prozent für Kostenerstattung für ambulante Operationen in der Klinik.
  • 0,5 Prozent für Leistung in Kliniken, die auch Reha-, Kur- oder Sanatoriumsbehandlungen anbieten, auch ohne besondere vorherige Genehmigung.
  • 2,5 Prozent bei Zweibettzimmertarifen und 1,5 Prozent bei Einbettzimmertarifen für die Höhe des Ersatzkrankenhaustagegeldes, wenn der Versicherte nur die allgemeinen Krankenhausleistungen in Anspruch nimmt (Mehrbettzimmer ohne Chefarztbehandlung).
  • 1 Prozent im Vergleich der Einbettzimmertarife für die Höhe des Ersatzkrankenhaustagegeldes, wenn Versicherte nur das Zweibettzimmer mit Chefarztbehandlung beanspruchen.

Das Urteil

Maßstab für die Finanztest-Bewertung war der Mittelwert der untersuchten Angebote. Die Note „Sehr gut“ bedeutet, dass das Preis-Leistungs-Verhältnis weit über dem Marktdurchschnitt liegt. „Mangelhaft“ bedeutet, dass die Versicherung weit darunterliegt.

DFV-KlinikSchutz Premium –Testsieger unter den Zweibettzimmertarifen

Die Krankenhauszusatzversicherung DFV-KlinikSchutz Premium ist Stiftung Warentest Testsieger (12/2018) und wurde mit der Bestnote „SEHR GUT“ (0,7) ausgezeichnet. Kein anderer Zweibettzimmertarif bietet bessere Leistungen bei einem Krankenhausaufenthalt. Sie erhalten u. a.:

  • Chefarztbehandlung
  • Unterbringung im Zweibettzimmer
  • Freie Krankenhauswahl
  • Ersatz-Krankenhaustagegeld
  • inkl. Auslandskrankenversicherung

 

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