Pflegezusatzversicherung Testsieger Finanztest

Die beste Pflegezusatzversicherung: Test + Testsieger 2017

Wer sich in jungen Jahren mit dem Älterwerden beschäftigt, denkt meist nur an die ersten Falten und grauen Haare. Aber was, wenn man einmal krank und zum Pflegefall wird? Damit man auch auf diese Situation vorbereitet ist, gibt es die Möglichkeit eine private Pflegezusatzversicherung abzuschließen. Die Angehörigen werden so im Ernstfall deutlich entlastet und das Pflegegeld sorgt für die nötige Sicherheit. Denn die Leistungen der gesetzlichen Pflegeversicherung sind längst nicht ausreichend.


Auch im Pflegefall selbstbestimmt leben

Laut Finanztest beantragten 2015 rund 450.000 Bundesbürger „Hilfe zur Pflege“ beim Sozialamt. Denn bei ungefähr jedem vierten Pflegebedürftigen reichten die gesetzliche Pflegeversicherung, Rente und Vermögen nicht, um die entstehenden Kosten selbst zu übernehmen. Wer später einmal nicht von staatlicher Hilfe abhängig sein möchte oder Angehörige um deren Unterstützung bitten will, kann dafür rechtzeitig vorsorgen. Die Entscheidung für eine private Pflegezusatzversicherung kann dazu beitragen, die spätere Situation im Pflegefall – sowohl familiär als auch finanziell – einfacher zu gestalten.

DFV-Tarif: Testsieger mit Bestnote bei Finanztest 11/2017

In ihrer Novemberausgabe 2017 hat die Zeitschrift Finanztest mehr als 30 Pflegetagegeldtarife bewertet. Testsieger und Nummer eins im Ranking bei den Pflegegeldtarifen für 55-Jährige Modellkunden ist der DeutschlandPflege Flex-Tarif der DFV. Im Test wurden die Leistungen bewertet, die ein 55-Jähriger bei einem vorgegebenen Beitrag im Pflegefall erhalten würde. Diese Leistungen hat Finanztest einer angenommenen Versorgungslücke gegenübergestellt.

Wie der Name bereits verspricht, ist der o.g. DFV-Tarif flexibel. Das bedeutet, dass Kunden selbst festlegen, wie viel Geld es in jedem Pflegegrad ambulant oder stationär gibt. Möglich ist im Pflegefall auch die Wahl einer Auszahlung in Form von Tagegeld. Im Gegensatz zu den meisten Tarifen anderer Anbieter brauchen Kunden beim DFV-Tarif DeutschlandPflege Flex ab Erreichen des Pflegegrads 1 gar keine Beiträge mehr zu leisten. Im Ernstfall ist das eine relevante Erleichterung für die Betroffenen.

Für wen ist eine private Pflegeversicherung sinnvoll?

Die Entscheidung für oder auch gegen eine sog. private Pflegezusatzversicherung muss gut abgewogen werden. Sicher ist es beruhigend, im Pflegefall abgesichert zu sein und seine Familie nicht auch noch finanziell zu belasten. Allerdings muss man wissen, dass bei den meisten Pflegezusatzversicherungen die Beiträge auch im Fall der Pflegebedürftigkeit weiter zu zahlen sind. Im DeutschlandPflege Flex-Tarif der DFV dagegen sind Kunden bereits ab dem 1. Pflegegrad von der monatlichen Zahlung befreit.

Finanztest hat mehrere Tarife verglichen, die ein Beispiel-Kunde im Alter von 55 Jahren abschließt. Die Versicherungskosten im Test lagen bei durchschnittlich 87 Euro im Monat. Alle Beiträge steigen im Laufe der Zeit, daher sollte man über ein sicheres Einkommen verfügen. Wer die monatliche Zahlung nicht dauerhaft gewährleisten kann, für den ist die Pflegezusatzversicherung nicht zu empfehlen. Eine Kündigung während der Laufzeit hat zur Folge, dass der Versicherungsschutz endet und die bis dahin gezahlten Beiträge für den Kunden verloren sind.

Was man über die Pflegezusatzversicherung wissen muss

Finanztest empfiehlt, alle fünf Pflegegrade abzusichern. Denn betrachtet man die seit 2017 neu eingestuften Pflegebedürftigen, zeigt sich, dass vier Fünftel von ihnen zu Hause betreut werden. 85 Prozent davon sind in den Pflegestufen 1 bis 3. Eine Pflegezusatzversicherung sollte auch im Hinblick auf diese Zahlen immer eine ausreichende Leistung für die unteren Pflegegrade bieten. Tarife, die nur für die höheren Pflegegrade 4 und 5 ausgelegt sind oder ausschließlich vollstationäre Pflegeleistung vorsehen, sind zwar meist günstiger, schließen aber die häufiger vorkommenden Fälle in niedrigeren Pflegegraden aus.

Wann sollte ich mich für eine zusätzliche Pflegevorsorge entscheiden?

Finanztest kommt nach dem Vergleich unter 31 Pflegetagegeldtarifen von 27 Krankenversicherern zu dem Schluss, dass der Zeitpunkt zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr am günstigsten zum Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung ist. Wer mit Mitte 40 bereits absehen kann, dass beruflich für die Zukunft alles gesichert ist, sollte den Abschluss nicht hinauszögern. Die Beiträge sind dann noch niedriger als in späteren Jahren und mögliche Krankheiten meist in weiter Ferne. Ab 65 Jahren wird es laut Finanztest schwierig noch einen Vertrag zu bekommen. Auch, wenn gesundheitlich alles in Ordnung ist. Wer sich absichern möchte, sollte die Entscheidung also nicht zu lange aufschieben.

Wodurch unterscheiden sich Pflegetagegeld und Pflegekostentarife?

Schließt man eine Pflegetagegeldversicherung ab, kann man selbst entscheiden, wofür das Geld verwandt wird. Im Idealfall kann man länger in seiner gewohnten Umgebung leben, weil Freunde oder Angehörige sich kümmern. Das Pflegetagegeld kann dann unmittelbar an die pflegenden Personen ausgezahlt werden. Das kann dann ebenso ein ambulanter Pflegedienst sein. Natürlich können auch die Kosten für ein Heim damit finanziert werden. Die Ausgabenentscheidung ist völlig frei. Einige Kunden bezahlen damit auch den Gärtner oder leisten sich Begleitung für einen Theaterbesuch o.ä.. Ob die Versicherungsleistung als Tages- oder Monatsgeld ausgezahlt wird, können Kunden meist wählen.

Das Pflegetagegeld gibt es in zwei Varianten:

Variante 1:

Die Versicherung bestimmt, wie viel Geld es in jedem Pflegegrad – entweder ambulant oder stationär – gibt.

Variante 2:

Die Tarife sind flexibel. Das bedeutet, dass Kunden innerhalb gewisser Regeln selbst festlegen können, wie sich bei ihrem Tarif die Leistungen auf die einzelnen Pflegegrade verteilen sollen.

Finanztest stellt im aktuellen Tarifvergleich fest, dass der DeutschlandPflege Flex-Tarif der DFV das einzige Angebot ist, bei dem Kunden die Versicherungsleistungen ohne Einschränkungen frei verteilen können. Ansonsten orientieren sich flexible Tarife – entsprechend der Finanztestbeschreibung – meist an drei klassischen Modellen:

Modellvarianten flexibler Tarife (nach Finanztest 11/2017)

a)    Modell 1 „Treppe-Treppe“

Die finanzielle Leistung steigt mit zunehmenden Pflegegrad. Sowohl ambulant als auch stationär. In den Pflegegraden 4 und 5 ist sie meist gleich hoch, da der Pflegegrad 4 der früheren Pflegestufe III entspricht.

Fazit: Muss jemand bereits mit einem niedrigem Pflegegrad ins Heim, reicht die Leistung hier nicht. Der Eigenanteil beläuft sich dort in allen Pflegegraden auf gleicher Höhe.

Finanztest bewertet die 31 untersuchten Tarife auf Basis folgender selbst vorgegebener Versorgungslücke:

Versorgungslücke bei ambulanter Pflege

Pflegegrad 1                              125 Euro

Pflegegrad 2                              500 Euro

Pflegegrad 3                              1.100 Euro

Pflegegrad 4                              2.200 Euro

Pflegegrad 5                              2.200 Euro

 

Versorgungslücke bei stationärer Pflege

Pflegegrad 1 bis 5                    1.500 Euro


b)    Modell 2 „Treppe-Konstant“

Diese Modell passt am besten zu der von Finanztest angenommenen Versorgungslücke, obwohl die Lücke - bei den angenommenen Beiträgen - nicht komplett geschlossen würde. Viele der flexiblen Tarife erlauben eine solche Leistungsverteilung jedoch nicht.

c)    Modell 3 „Konstant-Konstant“

Ab Pflegegrad 2 aufwärts sind die Leistungen überall gleich hoch. Wer ab Pflegegrad 2 eine 24-Stunden-Betreuungskraft engagieren möchte, ist mit dem Modell gut aufgestellt. Mit 1.000 Euro im Monat ist die Leistung allerdings auch sehr eng kalkuliert.

Die Pflegekostenversicherung gestaltet sich hingegen anders als die o.g Pflegetagesgeldversicherung. Da sich die Leistung der gesetzlichen Versicherung hier lediglich verdoppelt, eignet sie sich eher für professionelle Pflege als für eigenständig privat initiierte Unterstützungsmodelle. Es gibt Anbieter, die erst nach Vorlage der Rechnungen die Kosten erstatten.

Was leistet Pflege-Bahr?

Auf die staatlich geförderte private Pflegevorsorge, auch Pflege-Bahr genannt, setzen derzeit rund 770.000 Bundesbürger. Der Vertrag wird mit 5 Euro mit Monat staatlich gefördert. Im Gegensatz zu anderen privaten Pflegezusatzversicherungen dürfen die Anbieter keinen potentiellen Kunden aufgrund von Krankheiten ablehnen. Das bedeutet aber gleichzeitig, dass die Beiträge wegen des höheren Pflegefallrisikos stärker steigen können, als in anderen Pflegetagegeldtarifen. Finanztest sieht bei dem Angebot mehrere Nachteile:

  • Die Versorgungslücke in den häufigsten Pflegegraden 1 bis 3 kann nicht gedeckt werden.
  • Die Beiträge sind hoch. Außerdem müssen sie auch bei Pflegebedürftigkeit weiter gezahlt werden. Es kann sein, dass der Beitrag dann höher ausfällt als die empfangene Leistung.
  • Sozialämter rechnen derzeit die Leistungen im Pflegefall an. Dies ist jedoch bei jeder anderen Pflegezusatzversicherung auch der Fall.
  • Eine Erhöhung der Leistungen (Dynamik) ist nach Abschluss eines Vertrages oft ausgeschlossen.

Finanztest kommt zu dem Fazit, dass Pflege-Bahr die Versorgungslücke im Pflegefall nicht schließt und dabei auch vergleichsweise teuer für den Verbraucher ist.

Mögliche Zusatzleistungen einer Pflegezusatzversicherung

Einige von Finanztest bewerteten Tarife enthalten „Weitere Vertragsbedingungen“. Bei der Bewertung sind sie – neben der Tarifleistung (80 Prozent) – mit 20 Prozent gewichtet worden. Häufig können sie beim Anbieter auch gegen einen höheren Beitrag miteingekauft werden. Der DeutschlandPflege Flex-Tarif der DFV, Testsieger bei Musterkunden ab 55, wurde hier mit gut bewertet.

Wer vor der Entscheidung steht, eine Pflegezusatzversicherung abzuschließen, sollte alle Vertragsbedingungen genau lesen. Oft finden sich erst auf den hinteren Vertragsseiten Informationen zu für den Kunden relevanten Themen. Bei Finanztest wurden folgende Punkte mitbewertet:

  • Dynamik: Die Möglichkeit, das Tagesgeld regelmäßig zu erhöhen; ggf. bis zu einer bestimmten Altersgrenze, bis zum Eintritt der Pflegebedürftigkeit oder darüber hinaus
  • Einmalzahlung: Versicherer kann bei Erreichen eines Pflegegrades eine Einmalzahlung gewähren, Höhe der Einmalzahlung, Sonderzahlung ab welchem Pflegegrad (je niedriger der Pflegegrad, desto besser die Bewertung)
  • Wartezeit: Leistungserbringung des Versicherers erst nach Wartezeit ab Vertragsabschluss
  • Nachweis: Höhe des Aufwandes, den Eintritt und die Fortdauer der Pflegebedürftigkeit nachzuweisen
  • Klinikaufenthalt: Weiterzahlung der Versicherungsleistung für mindestens vier Wochen bei Krankenhausaufenthalt
  • Hilfe: Unterstützungsangebote, zum Beispiel bei Vermittlung eines Pflegeheimplatzes oder Zuschuss zur Einrichtung eines Hausnotrufsystems
  • Suchtkrankheit: Versicherungsleistung auch wenn die Pflegebedürftigkeit Folge einer Suchterkrankung ist
  • Ausland: Automatische Zahlung der Versicherung bei Umzug des Kunden ins außereuropäische Ausland.

 Alle Angaben ohne Gewähr.

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