Der richtige Sonnenschutz für Ihre Haut

Das Sonnenbad richtig genießen - Wie sich Sonnenanbeter richtig schützen

„Die Deutschen haben sechs Monate Winter und sechs Monate keinen Sommer“, soll Napoleon Bonaparte gesagt haben. Naja, für einen Sonnenbrand reicht es jedenfalls, und durch das Ozonloch ist diese nicht ganz ungefährlich.


Was sollte bei starker Sonneneinstrahlung für die eigene Gesundheit beachtet werden?

Unsere Haut ist mit bis zu zwei Quadratmetern das größte Organ unseres Körpers. Sie schützt uns vor äußeren Einflüssen wie UV-A- und UV-B-Strahlung der Sonne, aber dieser natürliche Sonnenschutz gelangt bei sehr starker UV-Strahlung an seine Grenzen. Beim Sonnenbrand verbrennt, wie der Name schon sagt, die obere Hautschicht, wodurch es zu Entzündungen der unteren Hautschichten kommt. Die Haut wird dabei rot, kann anschwellen, jucken und schmerzen. Aber selbst wenn die Rötung oberflächlich schnell verheilt, ist das Zell-Erneuerungssystem noch lange damit beschäftigt. Bei schlimmeren Verbrennungen bilden sich Blasen, die Flüssigkeit einlagern.

Was ist so schlimm daran, dass die Haut durch einen Sonnenbrand gestresst wird?

Durch die Überforderung bei der Zell-Erneuerung und Reparatur ist das Immunsystem der Haut anfällig. Das heißt, fehlerhafte Zellen vermehren sich, statt dass sie bekämpft oder repariert werden, und Hautkrebs entsteht. Jährlich kommen mehr als 200000 neue Krankheitsfälle hinzu.

Wann ist die beste Zeit zum Auftragen von Sonnenschutz?

Damit sich der Schutzfilm auf der Haut gut aufbauen kann, sollte etwa 30 Minuten vor dem Sonnenbad die Haut eingecremt werden. Für Menschen mit empfindlicher Haut empfiehlt es sich, auch unter der Kleidung mit Sonnenschutz einzureiben. Das gilt besonders für helle und lichtdurchlässige Kleidung. Kleidung, Schweiß und Wasser beim Schwimmen sowie das Handtuch nach dem Baden reduzieren den Schutzfilm; deshalb sollte der Schutz regelmäßig erneuert werden. Da beispielsweise an Wirbeln die Haare keinen ausreichenden Schutz für die Kopfhaut bilden, empfiehlt sich eine Kopfbedeckung.

Zu welcher Zeit ist die Sonne besonders gefährlich?

Besonders zur Mittagszeit ist das Eincremen notwendig, da zwischen 11 und 15 Uhr die Sonne am höchsten steht. Die Sonnenbestrahlung ist in dieser Zeit am stärksten und selbst im Schatten besteht die Gefahr, einen Sonnenbrand zu bekommen. Auch bei niedrigen Außentemperaturen darf die Gefahr nicht unterschätzt werden, denn für den Sonnenbrand ist der Sonnenstand verantwortlich, nicht die Temperatur.

Welcher Lichtschutzfaktor ist der richtige?

Der richtige Lichtschutzfaktor (LSF) ist vom Hauttyp abhängig. Es wird zwischen sechs Hauttypen unterschieden: Hauttyp I steht für Menschen mit sehr heller Haut und Sommersprossen, hellen Augen sowie rotblonden Haaren. Menschen mit diesem Hauttyp werden nicht braun, bekommen sehr schnell einen Sonnenbrand und besitzen eine Eigenschutzzeit von unter zehn Minuten. Die höchste Eigenschutzzeit von über 90 Minuten besitzen Menschen mit Hauttyp VI. Sie haben sehr dunkle Haut, Haare und Augen.

Die Eigenschutzzeiten können mit Sonnenschutzmittel und Kleidung verlängert werden. Auf Sonnencremes ist deshalb ein Lichtschutzfaktor und bei Kleidung ein UV-Schutzfaktor (USF) vermerkt. Mit diesem Faktor können Sie errechnen, wie viel Zeit Sie mit diesem Schutz in der Sonne verbringen können. Eine Person mit empfindlicher Haut vom Hauttyp I besitzt eine Eigenschutzzeit von unter zehn Minuten. Wenn sie sich mit einem Sonnenschutzmittel mit einem LSF von 30 eincremt, verlängert sich die Zeit auf 300 Minuten. Allerdings ist das nur ein Richtwert, der sich unter anderem durch Schweiß und Wasser verkürzt.

Was hilft bei Sonnenbrand?

Die Haut benötigt nach intensiver Sonnenbestrahlung eine ordentliche Zuwendung, vor allem wenn dabei ein Sonnenbrand entstanden ist. Es gibt zahlreiche Cremes, die speziell für die Pflege nach dem Sonnenbad entwickelt sind. Inhaltsstoffe wie Aloe Vera oder Hamamelis beruhigen die Haut und wirken entzündungshemmend. Ist eine solche Creme gerade nicht verfügbar, helfen alternativ auch kühle, feuchte Tücher zur Linderung der Beschwerden. Schält sich die Haut, ist das ein Zeichen für einen fortgeschrittenen Heilungsprozess.

Haben Sonnencremes und ähnliche Produkte Nebenwirkungen?

Bei flüssigen Sonnenschutzmitteln unterscheidet man zwischen physikalischen und chemischen Schutzmechanismen. Physikalischer Sonnenschutz beinhaltet zum Beispiel Titanoxid oder Zinkoxid, das das Sonnenlicht reflektiert. Der Vorteil ist, dass der Schutz sofort besteht; der Nachteil an dieser Methode ist, dass ein weißer Film auf der Haut bleibt. Beim chemischen Sonnenschutz absorbieren organische Verbindungen die UV-Strahlung. Allerdings muss erst die äußere Hautschicht die Sonnencreme aufnehmen, ehe der Schutz besteht. Dadurch ergibt sich die Wartezeit von 30 Minuten nach dem Eincremen. Um die Vorteile beider Methoden zu nutzen, verwenden Hersteller gern eine Kombination aus beiden. Zudem summieren sich die Inhaltsstoffe mit zusätzlichen Anforderungen wie Wasserfestigkeit, Duft oder geringe Viskosität. Die Vielzahl an Inhaltsstoffen verträgt wiederum nicht jede Haut. Deshalb muss unter Umständen ein bisschen probiert werden.

Warum vernachlässigen viele Menschen häufig den Sonnenschutz?

Die Gründe, auf Sonnenschutz zu verzichten, sind in der Regel unbegründet. So befürchten einige Menschen, dass sie wegen des Sonnenschutzes zu wenig des wichtigen Vitamin D produzieren. Dafür bedarf es aber nur wenig Zeit am Tag, um die körpereigenen Speicher aufzuladen.

Eine gewisse Bräune der Haut gilt als gesund und vor allem im Urlaub will man sich schnell ein wenig Urlaubsbräune zulegen. Dabei riskieren manche ihre gesunde Haut für eine Bräunung, die ja strenggenommen eine Schutzreaktion auf die hohe Sonnenbestrahlung ist.

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