Brandgefahr zu Weihnachtszeit

Brandgefahr zur Weihnachtszeit – Wenn plötzlich mehr als ein Lichtlein brennt

Alle Jahre wieder wird pünktlich zur Weihnachtszeit mit Kerzen und Lichtern für eine festliche Stimmung gesorgt. Dass gerade bei offenem Feuer die Brandgefahr hoch ist, wollte man auch an Weihnachten nicht aus dem Sinn verlieren. Wie Sie ohne Feuerwehr und mit Lichterglanz und Kerzenschein sicher durch die Weihnachtszeit kommen, welche Grundregeln man im Umgang mit Kerzen beachten sollte und was hilft, um sich und die eigenen vier Wände gegen ungewollte Feuerschäden zu schützen, beleuchten wir in diesem Artikel.


Brandgefahr zur Weihnachtszeit erhöht

Um die Weihnachtszeit muss die Feuerwehr erheblich öfter zu Wohnungsbränden ausrücken als sonst. Die Anzahl der Brände steigt an Weihnachten um ganze 40 Prozent. Zusätzlich verletzen sich an Weihnachten rund 60 Kinder in Deutschland an einer brennenden Kerze so schwer, dass medizinische Versorgung notwendig wird. Bei einem trockenen Weihnachtsbaum dauert es nur 20 Sekunden bis er vollständig in Flammen steht, nach anderthalb Minuten haben die Flammen ihn verzehrt und greifen nach brennbaren Gegenständen in der Umgebung.

Gründe für die hohe Brandgefahr zur Weihnachtszeit

Die Gründe liegen häufig in elektrischen Geräten für Licht und Wärme sowie leicht brennbaren Materialien, die zu nah an der Wärmequelle gelagert sind. Vor allem ist es offenes Feuer wie Kerzen auf einem Adventskranz oder dem Christbaum. In Skandinavien werden die Bäume für Deutschland bereits im November geschlagen. Dadurch sind sie bis Weihnachten schon sehr trocken und die trockene Luft in der Wohnung begünstigt diesen Prozess. Damit sind diese Weihnachtsbäume besonders leicht entflammbar.

Die häufigsten Brandfälle sind allerdings auf eine brennende Kerze zurückzuführen, weil der Mindestabstand zu brennbaren Gegenständen von 50 Zentimetern nicht berücksichtigt wird oder Kerzen unbeaufsichtigt sind. Adventskränze und Weihnachtsbäume sind brennbare Untergründe und Kerzen können diese entzünden. Wenn man nicht auf das Weihnachtsgrün mit echten Kerzen verzichten möchte, sollte man darauf achten, dass das Tannengrün möglichst frisch ist. Denn je trockner die Zweige und Bäume sind, desto leichter entzünden sie sich, da die Nadeln aus Zellulose, ätherischen Ölen und Wasser bestehen. Ist das Wasser verdunstet, bleibt eine sehr leicht brennbare Mischung zurück.

Eine Alternative zu echten Kerzen sind Lichterketten, aber auch sie können Brände auslösen. Bei Lichterketten ist es wichtig, dass die elektrischen Leitungen intakt sind, denn brüchige oder defekte Isolierungen können Kurzschlüsse auslösen. Ist die Lichterkette schon älter und mit Glühlampen ausgestattet, sind auch diese eine mögliche Gefahrenquelle. Glühlampen entwickeln eine Temperatur von bis zu 70 Grad Celsius, was wiederum trockenes Tannengrün entzünden kann. Besser sind LED-Beleuchtungen, denn die Wärmeentwicklung ist kaum merklich und energiesparend sind sie auch.

Man sollte auch stets ein Auge auf seine Haustiere haben, denn geschmückte und leuchtende Weihnachtsbäume ziehen auch sie an. Wenn sie einen Weihnachtsbaum umwerfen, können entzündete Kerzen oder beschädigte Lichterketten einen Brand auslösen.

Warum der Weihnachtsbaum so gefährlich werden kann?

Da trockene Nadeln im Wesentlichen nur noch aus Zellulose und brennbaren ätherischen Ölen bestehen, breitet sich ein Brand am Baum in weniger als einer halben Minute extrem schnell aus. Weihnachtsbäume stehen in der Regel im Wohnzimmer, wo sich das Feuer rasch auf brennbare Einrichtungsgegenstände wie Gardinen, Teppich und Polstermöbel ausbreiten kann.

Worauf Sie achten sollten, wenn Sie Ihren Weihnachtsbaum schmücken?

Der Christbaum sollte erst kurz vor dem Fest gekauft und kippsicher aufgestellt werden. Es gibt wassergefüllte Weihnachtsbaumständer, die ein schnelles Austrocknen des Baums verhindern. Bei den Kerzen sollte auf einen Mindestabstand von 50 Zentimetern zu Gardinen oder Möbeln geachtet werden. Der Abstand der Kerzen voneinander und zu Ästen sollte mindestens 20 Zentimeter betragen, um auch hier ein Brennen zu verhindern. Befestigen Sie das Dekorationsmaterial nur an stabilen Ästen.

Wie Sie das Brandrisiko durch Adventskränze reduzieren können?

Ein frischer Adventskranz mit echten Kerzen sollte für vier Wochen haltbar sein. Sie sollten wackelfrei auf einer feuerfesten Unterlage (zum Beispiel aus Metall) stehen. Der empfohlene Abstand zu brennbaren Gegenständen wie Polstermöbeln oder Büchern beträgt wieder 50 Zentimeter. Ferner ist ein zugluftfreier Ort und nur die Verwendung passender Kerzen empfohlen. Löschen Sie lieber die Kerzen, wenn Sie den Raum verlassen, denn wenn Brandgeruch sich ausgebreitet hat, kann der Schaden schon sehr groß sein. Feuerzeuge und Streichhölzer müssen für Kinderhände unerreichbar abgelegt werden.

Regeln für feuerfreie Weihnachtstage

Der Weihnachtsbaum sollte wegen der Austrocknung nicht neben der Heizung stehen und auch Fluchtwege für die Feuerwehr nicht versperren. Stellen Sie am besten einen Eimer mit zehn Litern Löschwasser neben den Baum für kleine Brandherde rings um den Baum. Für einer brennenden Baum selbst genügt ein Eimer Löschwasser nicht; dafür eignet sich ein griffbereiter Feuerlöscher. Lassen Sie das Tannengrün nicht zu lange in der Wohnung stehen, denn je länger sich Adventskränze und Weihnachtsbäume in der Wohnung befinden, desto leichter brennen sie. Als Alternative gibt es Weihnachtsbäume aus schwer entflammbarem Kunststoff. Diese sollten jedoch über ein entsprechendes TÜV-Siegel verfügen. 

So schützen Sie sich und Ihr Haus

Alarmsysteme wie Kohlenstoffmonoxid-Melder und Rauchmelder sind immer und in jeder Wohnung für Ihre und die Sicherheit Ihrer Familie sinnvoll. Brände mit Kohlenstoffmonoxid-Entwicklung sind sehr gefährlich, da Menschen von diesem geruchlosen Gas ohnmächtig werden. Gerade nachts, wenn man bereits schläft, kann man nur durch ein Alarmsystem gewarnt werden. Denn der Geruchssinn funktioniert im Schlaf nicht und selbst bei Rauchentwicklung bemerkt der Mensch deshalb einen Brand zu spät oder gar nicht. Das Gehör ist dagegen auch im Schlaf aktiv und Rauchmelder sowie Kohlenmonoxid-Melder können eine rechtzeitige Warnung sein.

Kommt es jedoch zum Brandfall, ist die Hausratsversicherung für alle beweglichen Güter zuständig. Das sind zum Beispiel Möbel, Kleidung und Computer, aber in einem bestimmten Rahmen auch Bargeld und Schmuck. Die Hausratsversicherung zahlt häufig nicht bei grober Fahrlässigkeit. Darunter fallen vor allem Fälle, in denen eine brennende Kerze unbeaufsichtigt war. Neben einem offenen Feuer ohne Aufsicht zählt auch eine eingeschaltete Herdplatte oder Kinder ohne Aufsicht unter grobe Fahrlässigkeit.

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