Gesundheit und Pflege neue Regelungen

2016: Neues bei Gesundheit und Pflege

Im neuen Jahr gibt es für gesetzlich Krankenversicherte grundlegende Änderungen. Zum einen sorgen Zusatzbeiträge bei vielen Krankenkassen für höhere Krankenkassenbeiträge, zum anderen soll das lange Warten auf Facharzttermine der Vergangenheit angehören und auch beim Thema Zuzahlungen und in der Pflege gibt es weitreichende Veränderungen.


Zusatzbeiträge bei den Krankenkassen steigen

Viele gesetzlich Krankenversicherte müssen 2016 höhere Krankenkassenbeiträge leisten. Zwar gibt es einen einheitlichen Sockelbetrag von 14,6 Prozent, den sich Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen, doch obendrauf dürfen die Krankenkassen einen so genannten Zusatzbeitrag für die versicherten Arbeitnehmer festlegen. 2016 legt der Zusatzbeitrag im Schnitt um 0,2 Prozentpunkte zu. Im Durchschnitt liegt damit der Krankenversicherungsbeitrag in diesem Jahr bei 15,7 Prozent. Erhöht die Krankenkasse ihren Beitrag, so gilt ein Sonderkündigungsrecht und der Krankenversicherte hat die Möglichkeit z. B. zu einer günstigeren Krankenkasse zu wechseln. Die Kündigungsfrist ist immer der letzte Tag des Monats, in dem der neue Beitrag erstmals gilt.

Kein langes Warten mehr auf Facharzttermin

Doch es gibt auch eine gute Nachricht für gesetzlich Krankenversicherte. Monatelange Wartzeiten für einen Facharzt soll es für Kassenpatienten nicht mehr geben. Ab dem 23. Januar 2016 können sich Patienten an die Terminservicestellen der Kassenärztlichen Vereinigung wenden, um für akute Fälle einen zeitnahen Termin beim Facharzt zu erhalten. Seinen Termin, z. B. bei einem Röntgenfacharzt, erhält der Patient innerhalb einer Woche mitgeteilt. Der mitgeteilte Behandlungstermin liegt dann innerhalb einer Wartezeit von maximal vier Wochen.Sollte keine Terminierung möglich sein, so muss dem Patienten eine Untersuchung in einem Krankenhaus ermöglicht werden. Damit wurde, insgesamt gesehen, eine sicherlich sinnvolle Regelung geschaffen, die aber erst noch den Praxistest bestehen muss.

Zuzahlung bei Rezepten: Freibeträge steigen

Für viele medizinische Leistungen, Brillen oder auch beim Zahnersatz müssen gesetzlich Krankenversicherte Zuzahlungen leisten. Nur wenn eine gesetzlich festgelegte Belastungsgrenze überschritten ist, übernimmt die Krankenkasse den kompletten Betrag. Nach dieser Regelung sind die Zuzahlungen auf zwei Prozent der Bruttoeinnahmen gedeckelt. Eine Sonderregelung gibt es für chronisch Kranke, die eine Befreiung erhalten wenn die Kosten von ein Prozent der Bruttoeinnahmen erreicht sind. Wer eine Familie hat, kann für jeden Angehörigen, der im Haushalt lebt, Freibeträge abziehen. Für den Ehe- oder eingetragenen Lebenspartner werden in diesem Jahr 5.229 Euro angerechnet statt bisher 5.103 Euro und der Kinderfreibetrag wird von bisher 7.152 Euro auf 7.248 Euro pro Kind angehoben. Unter dem Strich sind dadurch für die Belastungsgrenzen schneller zu erreichen, so dass viele Familien 2016 zumindest ein wenig entlastet werden.Die beste Möglichkeit, für eine echte Entlastung von Zuzahlungen zu sorgen, bietet immer noch eine private Krankenzusatzversicherung. Sehr empfehlenswert sind z. B. Zahnzusatzversicherungen und Krankenzusatzversicherungen für den stationären Bereich.

Pflegestärkungsgesetz sorgt für Änderungen in der Pflege

Wichtige Änderungen gibt es auch beim Thema Pflege. Zum Jahresbeginn tritt der zweite Teil des Pflegestärkungsgesetzes in Kraft. Besonders die Beratungsangebote sollen sich 2016 deutlich verbessern. So werden von den Pflegekassen dann feste Ansprechpartner benannt, die z. B. bei der Antragsstellung beratend zur Seite stehen. Auch pflegende Angehörige können auf die neuen Beratungsangebote zurückgreifen. Grundlegende Änderungen bringt das Pflegestärkungsgesetz allerdings erst 2017 - dann wird es statt der bisherigen drei Pflegestufen fünf Pflegegrade geben. Was sich allerdings weder 2016 noch 2017 ändern wird, ist die hohe Finanzierungslücke, mit der Pflegebedürftige trotzt der staatlichen Pflegeversicherung im Pflegefall rechnen müssen. Um im Alter nicht mit leeren Händen dazustehen, empfiehlt sich daher unbedingt der Abschluss einer privaten Pflegezusatzversicherung.  Alle Angaben ohne Gewähr.

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