Viel Hege und Pflege (Cash)

An der Notwendigkeit der privaten Vorsorge hat das Pflegestärkungsgesetz nichts geändert. Doch die Kunden sind weiter zurückhaltend. Kann der Vertriebsdurchbruch über die betriebliche Krankenversicherung gelingen?


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DFV Chef Knoll sieht das anders.

Wie Ellen Ludwig findet er, dass die Pflege verstärkt auch über die bKV angeboten werden sollte: ,,Zumal die Unternehmen bezüglich der Pflege vor einer gewaltigen Problematik stehen. 75 Prozent der Frauen und 50 Prozent der Männer werden im Laufe ihres Lebens zum Pflegefall. Das bedeutet auch, dass quasi jede Familie in Deutschland davon betroffen ist oder sein wird." Wer Angehörige pflegen muss, sei nicht mehr belastbar, weder psychisch noch physisch. Hinzu komme die finanzielle Belastung. ,,Das trifft vor allem den Mittelstand, das Rückgrat unserer Wirtschaft. Diesen gilt es, über intelligente betriebliche Pflege-Vorsorgekonzepte abzusichern", fordert er. Am wichtigsten seien flexible Pflegeprodukte, die auf Branchenspezifika und individuelle Vorsorgewünsche eingehen können.

Für die Angehörigen stellt ein Pflegefall in der Familie tatsächlich eine große Belastung dar. Das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel" widmete sich erst vor Kurzem in einer Titelgeschichte der dramatischen Situation, dass Millionen von Töchtern und Söhnen hilflos vor der Aufgabe stehen, ihre Eltern zu pflegen. ,,Die Pflegekatastrophe: Deutschland lässt seine Familien im Stich", hieß es auf dem Cover. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts wurden im Jahr 2015 von den 2,9 Millionen Pflegebedürftigen in Deutschland knapp 2,1 Millionen – also fast drei Viertel - zu Hause betreut. Davon wurden wiederum 1,4 Millionen von Angehörigen gepflegt. Das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) hat deshalb mehr Gesundheitsvorsorge für pflegende Angehörige gefordert. Dazu müssten sie besser beraten werden und den Leistungskatalog der Pflegeversicherung stärker nutzen.

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Sie finden den vollständigen Artikel "Viel Hege und Pflege" in der März-Ausgabe 2018 der Cash.