Sponsring DFV Yannik Lebharz

Yannick Lebherz gehört zu den erfolgreichsten Schwimmern des Deutschen Schwimmverbands. Seine Disziplinen: 200 Meter Rücken und 400 Meter Lagen. Auf beiden Strecken war er bereits mehrmals Deutscher Meister, 2010 sein bislang erfolgreichstes Jahr mit Gold und Silber bei der Schwimm-Europameisterschaft in Eindhoven. Mit einer hervorragenden Zeit von 4:14,90 Minuten qualifizierte er sich bei den diesjährigen Deutschen Meisterschaften für die Olympischen Spiele 2012 in London und unterbot damit bereits im Vorlauf die geforderte olympische Normzeit.


Erfolgs-Schwimmer bei Olympia

Schwimmen im Vollgas-Modus ist sein Programm. Die DFV Deutsche Familienversicherung AG ist langjähriger Sponsor des erfolgreichen Schwimmers und stolz auf seinen Olympiateilnehmer. Im Interview mit der DFV lässt Yannick Lebherz die letzten Wochen und Monate mit seiner Olympia-Teilnahme in London noch einmal Revue passieren.

DFV: Olympia war Ihr großes Ziel für 2012. London ist nun schon einige Wochen her – werfen Sie für uns einen Blick zurück – mit welchen Erinnerungen verbinden Sie Ihre Teilnahme?

Lebherz: Ich war unendlich glücklich über die Qualifikation für London, da ich mir im Dezember 2011 den Außenmeniskus im rechten Knie gerissen habe und nicht wusste, ob ich bis zur Olympiaqualifikation Anfang Mai wieder fit werde. Die olympischen Spiele waren ein atemberaubendes Erlebnis, dass mir für immer in Erinnerung bleiben wird. Wo sonst treffen sich Menschen aus allen Erdteilen zum friedlichen Wettstreit auf engstem Raum? Nichts außer der persönlichen Leistungsfähigkeit spielt dabei eine Rolle. Ich war auf jeden Fall beeindruckt, wie Athleten aller Herren Länder respektvoll und freundschaftlich miteinander umgegangen sind. Sie sind damit dem olympischen Geist auf beeindruckende Art und Weise gerecht geworden und haben sich als eine große olympische Familie gezeigt.

DFV: Beim Grand Prix Ende März in Indianapolis schlugen Sie den Amerikaner Ryan Lochte über 200 Meter Rücken und verwiesen den diesjährigen Olympiasieger damals auf die Plätze. Woran hat es gelegen, dass die deutschen Athleten ihre Ziele für Olympia 2012 nicht erreichen konnten und wie zufrieden sind Sie mit Ihren Ergebnissen?

Lebherz: Für die gesamte deutsche Mannschaft kann ich leider kein genaues Statement liefern, da sich jedes Teammitglied individuell auf die olympischen Spiele vorbereitet hat. Für mich persönlich haben die Spiele sehr ordentlich angefangen, als ich 400 m Lagen am ersten Tag als Elfter beendete. Ich hätte Michael Phelps in meinem Vorlauf schlagen müssen, um den Endlauf zu erreichen. Bei meinem zweiten Rennen – 200 Meter Rücken – bin ich ins Halbfinale vorgedrungen, konnte dort aber leider nicht die für den Endlauf nötige Steigerung erzielen. Mit Beginn der neuen Saison werde ich mit meinem Trainer besprechen, was zu tun ist, um in vier Jahren bei Olympia in Rio de Janeiro ganz vorne zu landen. Ich habe aufgrund meiner Verletzung im Winter nur wenige Wettkämpfe im Jahre 2012 bestreiten können, sodass mir vielleicht in diesem Jahr etwas die Praxis und das Gefühl für das „duellieren“ gefehlt hat.

DFV: Schwimmen kann nahezu jeder, besonders schnell sind aber nur wenige. Wie nah liegen Ehrgeiz und Spaß beieinander und welchen Rat geben Sie einem Nachwuchstalent, das den Schwimmsport professionell betreiben will?

Lebherz: Junge Talente sollten wissen, dass sie gerade im Jugendalter eine Zeit vor sich haben, die reich an Entbehrungen ist. Die Doppelbelastung aus Schule und Sport ist hoch und nur durch starken familiären Rückhalt und Unterstützung – z.B. bei Fahrten zu Training/Wettkampf – zu schaffen.Man sollte ein gutes Zeitmanagement haben und vor allem sollte man beachten, dass es immer Rückschläge geben kann. Wer jedoch Talent hat, kann zu 100 % auch Rückschlägen trotzen. Während das Training immer die Pflicht darstellt, sind Wettkämpfe die Kür bzw. der Spaßfaktor beim Schwimmsport. Dort können sich Sportler für ihre tagtägliche Arbeit die Belohnung abholen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Es ist ein tolles Gefühl, als erster die Wand zu berühren!

DFV: Zu Ihren Disziplinen gehört mit den 400 Meter Lagen eine der härtesten Strecken im Schwimmen. Wie sind Sie zum Schwimmen gekommen und was treibt Sie an, immer schnellere Zeiten zu schwimmen?

Lebherz: Zum Schwimmen bin ich ganz automatisch gekommen, da mein Vater als Schwimmtrainer mehrmals die Woche am Beckenrand stand und ich schon als 3-jähriger mitgehen durfte. Ich habe schnell Spaß am Schwimmen gefunden und finde es toll, dass mir das Element Wasser auch nach vielen Jahren noch so viel Freude bereitet. Während am Anfang noch das spielerische Element im Vordergrund stand, geht es nun im Leistungssport natürlich vorrangig um Platzierungen, Zeiten und Verbesserungen. Ich möchte mein persönliches Limit in jedem Wettkampf erreichen und austesten, was alles in meinem Körper steckt. Besonders groß ist die Freude selbstverständlich dann, wenn man im Wettkampf das vorher Geübte umsetzen kann – genau genommen geht es also um das Streben nach Perfektion.

DFV: Hartes und diszipliniertes Training ist eine wichtige Voraussetzung für sportlichen Erfolg. Wie viel Zeit bleibt da überhaupt noch für die Familie?

Lebherz: Schwimmen ist eine sehr trainingsintensive Sportart. Inklusive Vor- und Nachbereitung, Anfahrt, Physiotherapie, Mentaltraining und Ernährungsberatung kommen gut und gerne 40 Stunden die Woche zusammen, davon etwas über 20 Stunden nur im Wasser. Besonders kostbar ist dann also die Zeit, die man mit der Familie verbringen kann – man muss einfach jede Minute genießen. Wenn ich durch den Sport nicht bei meiner Familie sein kann, gibt es durch Telefon und Internet zum Glück vielfältige Kontaktmöglichkeiten, die ich immer rege nutze.

DFV: Sie sind gebürtiger Darmstädter und haben beim DSW 1912 Darmstadt Ihre Karriere begonnen. Seit zweieinhalb Jahren trainieren Sie nun in Potsdam und schwimmen für den dort ansässigen Verein. Welche Bedeutung nehmen Familie und Coach hierbei ein?

Lebherz: Durch den Wechsel nach Potsdam hat sich die Situation natürlich grundlegend verändert. Während ich früher nach dem Training oder nach Wettkämpfen ins „behütete Zuhause“ in der Nähe von Darmstadt zurück kam, bin ich nun selbstständig und auf mich gestellt. Von meinem familiären Umfeld wurde die Entscheidung für Potsdam zum Glück vorbehaltlos unterstützt. Ich wohne nun mit meiner Freundin zusammen, die genauso wie mein neuer Trainer Jörg Hoffmann eine tolle Unterstützung ist. Man gibt mit solch einem Wechsel sein gewohntes Umfeld für den Leistungssport auf, wagt etwas und stürzt sich in einen neuen Lebensabschnitt, auf gewissen Art und Weise ist es ein Abenteuer. Auch wenn dieser Schritt zu Beginn etwas weh getan hat, hat er mich doch persönlich reifen lassen. Umso mehr freue ich mich aber jetzt immer, wenn ich nach einer harten Trainingsphase nach Darmstadt fahre, um Heimaturlaub bei der Familie machen kann.

DFV: Yannick Lebherz, vielen Dank für das Gespräch und alles Gute für Ihre weitere persönliche und sportliche Zukunft!